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  • AutorenbildLisa Gutzelnig

Wasser und Nachhaltigkeit im Fokus

Wir haben Durst, duschen oder gießen unsere Pflanzen. Mit großer Selbstverständlichkeit greifen wir dafür auf eines der wertvollsten Güter unseres Planeten zu: Wasser.


Dasselbe gilt, wenn wir unsere Schmutzwäsche reinigen. Binnen einiger Minuten verschwindet die Wäsche in der Waschmaschine, kurze Zeit später ist der Waschgang beendet – und damit unzählige Liter Wasser verbraucht.



Wie wichtig ein bewusster Umgang mit dieser begrenzten Ressource ist, wird immer stärker zum Thema. Eine nachhaltige Wasserwirtschaft rückt immer mehr in das Zentrum von Haushalt, Landwirtschaft und Industrie. Nur gemeinsam können wir daran arbeiten, unseren Nachfolgegenerationen eine gleich hohe Lebensqualität zu versprechen.


Wasser ist für uns Menschen das wichtigste Lebensmittel. Während wir 30 Tage ohne Essen überleben können, schaffen wir es ohne Wasser gerade mal drei Tage. Und die 30 Tage ohne Essen gelten nur, wenn wir wenigstens ausreichend Wasser zur Verfügung haben. Das Vorhandensein von Wasser ist aber auch für die Tier- und Pflanzenwelt unverzichtbar. Dabei bildet Wasser nicht nur einen sehr wichtigen Nährstoff, sondern stellt gleichzeitig einen großen Lebensraum dar. Es liegt also nahe, mit dieser Ressource sparsam und schonend umzugehen. Denn obwohl Wasserknappheit in Deutschland und Österreich bisher kein großes Problem ist, zeigte sich vor allem in den vergangenen Hitzesommern, dass sich das in Zukunft zumindest in einigen Landesteilen ändern könnte..


Bewusster Umgang mit wichtiger Ressource


Hinzu kommt, dass viele Flüsse ihre Selbstreinigungskraft verloren haben und sich Stoffe im Wasser befinden, die die Natur gar nicht oder nicht in diesen Mengen aus dem Wasser filtern kann. Um aus verunreinigtem Oberflächen- oder Grundwasser hochwertiges Trinkwasser zu gewinnen, ist ein technisch immer aufwändigerer Prozess nötig.


Um unsere Trinkwasserversorgung auch für die Zukunft nachhaltig zu sichern, ist es wichtig, mit Wasser schonend und sparsam umzugehen. Dabei sind vor allem die Privathaushalte gefragt. In Deutschland beträgt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkwasser etwa 127 Liter pro Tag. Davon landeten aber nur fünf Liter tatsächlich in unseren Kochtöpfen oder Trinkgläsern. Allein 35 Liter setzten wir für die Toilettenspülung ein. Der Rest entfällt auf Körperpflege, Wäschewaschen, Putzen und Geschirrspülen.


Vor etwa 30 Jahren lag der durchschnittliche Tagesverbrach pro Kopf noch bei 147 Litern. Damit stehen die Deutschen gut da, denn nicht nur, dass der Trinkwasserverbrauch tendenziell sinkt, ist er auch sehr viel geringer, als zum Beispiel in den USA mit rund 295 Litern und beim Spitzenreiter Dubai mit 500 Litern pro Tag.


Kapazitäten nicht überschätzen


Außerdem scheint hier, im Gegensatz zu vielen anderen Regionen, mehr als genug Trinkwasser zur Verfügung zu stehen. Doch der Schein trügt: Denn der Klimawandel führt auch in Deutschland zu höheren Sommertemperaturen und weniger Niederschlägen. Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel, weil die unterirdischen Reservoirs nicht mehr im notwendigen Maß aufgefüllt werden. Bereits im Sommer 2018 kam es in besonders von der Hitze betroffenen Gebieten zu Ausfällen der Eigenversorgung mit Trinkwasser. Hausbrunnen trockneten zeitweise aus. Und die Wasserversorgungsunternehmen mussten Reserven anzapfen und ihre Wasseraufbereitungsanlagen zeitweise nahe der Kapazitätsgrenze fahren.


Außerdem steigt die Belastung von Grundwasser und Oberflächengewässern an. Das betrifft zum Beispiel Nitrate aus Düngemitteln, aber auch Mikroplastik und Rückstände aus Kosmetik, Waschmitteln und Medikamenten. Die Wasserversorger müssen immer mehr Aufwand betreiben, um die Belastungen auszufiltern und den Grenzwerten entsprechendes Trinkwasser bereitzustellen.


Angesichts des jetzt schon steigenden Aufwands für die Wasseraufbereitung und der zu erwartenden klimabedingt wachsenden Trockenperioden sollte daher jeder zu einem sorgsamen Umgang mit unserem wichtigsten Lebensmittel beitragen.


Wie sieht nachhaltige Wasserwirtschaft aus? Wir haben 8 Tipps für Sie, um im Alltag Ihren Wasserverbrauch niedrig zu halten.


1.) Jeden Tag verbrauchen wir pro Person 127 Liter Trinkwasser. Zum Trinken und Kochen nutzen wir davon aber nur 4,5 Prozent. Wir können unseren Trinkwasserverbrauch reduzieren, indem Sie sparsam mit Wasser umgehen – beim Spülen, Putzen, ­Waschen, Gießen, Autowaschen und bei der Toilettenspülung. Achten Sie aber darauf, dass Sie genügend Wasser trinken. Schon ohne körperliche Anstrengungen sollten wir täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu uns nehmen – davon 1,5 Liter in Form von Getränken.


2.) Der größere Anteil an unserem Wasserverbrauch ist sogenanntes virtuelles Wasser. Dieses wird für die Produktion von Waren verwendet. Etwa 4.000 Liter fallen hierfür pro Person und Tag an. Mit unserem Kaufverhalten beeinflussen wir also direkt den Wasserverbrauch: Für die Herstellung eines Smartphones werden etwa 900 Liter Wasser benötigt, allein für die Baumwolle einer Jeans je nach Herkunftsregion 6.000 bis 9.000 Liter. Für die Herstellung eines einzigen Autos sind bis zu 400.000 Liter Wasser erforderlich. Achten Sie deshalb beim Kauf auf langlebige Produkte, die reparaturfreundlich und recycelbar sind.


3.) Rund 35.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel werden laut Umweltbundesamt jedes Jahr in Deutschland an landwirtschaftliche Betriebe verkauft. Dabei reicht schon ein Gramm Pflanzenschutzmittel, um bis zu zehn Millionen Liter Wasser zu verunreinigen. Viele Öko-Betriebe haben sich bereits als Ziel gesetzt, die natürlichen Ressourcen zu schützen. Sie verzichten deshalb auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Durch den Kauf von Produkten mit dem sechseckigen Bio-Siegel unterstützen Sie diese umweltfreundliche Landwirtschaft.


4.) Tafelwasser aus dem Wasserhahn: So genannte Trinkwassersprudler sind aus Umweltsicht eine günstige ­Alternative zu Tafelwasser in Einweg- oder Mehrwegverpackungen. Durch die Anreicherung von Trinkwasser mit Kohlensäure lassen sich köstliche Getränke zubereiten. Gleichzeitig vermeiden Sie Verpackungsmaterial, energieintensive Flaschenreinigung und vor allem die Hin- und Rückfahrten vom Abfüller zum Verbraucher. Außerdem müssen Sie die Wasserflaschen nicht mehr mühsam nach Hause tragen. Ökologisch noch günstiger ist es, Leitungswasser direkt zu trinken.


5.) Mehrwegflaschen aus Kunststoff oder Glas haben deutliche Umweltvorteile gegenüber Einwegdosen und -flaschen. Die ökologische Bilanz der Mehrwegverpackungen fällt deutlich besser aus als die der Einwegverpackungen. Sie sparen Rohstoffe und Energie und tragen deshalb weniger zum Treibhauseffekt bei. Eine Glas-Mehrwegflasche benötigt bei der Herstellung zum Beispiel 70 Prozent weniger Wasser als ein Milchkarton. Kaufen sie Getränke in Mehrwegsystemen von regionalen Abfüllern, dann bleiben der Umwelt außerdem noch einige Transporte erspart.


6.) Qualitativ unterscheiden sich Recycling- und Frischfaserpapier kaum noch. Aber wer auf Altpapier schreibt, hilft Ressourcen und Energie zu sparen. Denn die Herstellung eines Kilogramms Frischfaserpapier verbraucht 2.000 Liter Wasser. Bei der Produktion von Altpapier sind es nur 20 Liter. Eine gute Orientierungshilfe beim Einkauf von Hygiene- und Schreibpapier bietet der „Blaue Engel ... weil aus 100 % Altpapier“.


7.) Bei der Produktion von Lebensmitteln wird enorm viel Wasser benötigt: Für eine Tomate aus Deutschland werden 13 Liter Wasser verbraucht, für ein Kilogramm Weizen aus Europa 500 Liter, für ein Kilogramm Rindfleisch 15.500 Liter. Für Tomaten aus intensiver Landwirtschaft in Südspanien erhöht sich der Wasserverbrauch um ein Vielfaches. Achten Sie deshalb auf eine saisonal und regional abgestimmte, fleischarme Ernährung – das ist auch im Sinne Ihrer Gesundheit.


8.) Waschmaschine ist nicht gleich Waschmaschine: Ein verschwenderisches Modell der Energie-Effizienz-Klasse G benötigt laut Umweltbundesamt bis zu 110 Prozent mehr Strom und bis zu 160 Prozent mehr Wasser als ein sparsames Modell mit Energie-Effizienz-Klasse B. Bei Geschirrspülmaschinen können Sie sogar bis zu 75 Prozent Wasser und Strom sparen. Wenn Sie sich eine neue Geschirrspül- oder Waschmaschine kaufen müssen, vergleichen Sie die Verbrauchswerte und entscheiden Sie sich für ein sparsames Modell mit wasser- und stromsparenden Programmen.

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