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Swedish Country Living: Stiller Luxus zwischen See und Wald

Autorenbild: Michaela Hocek
Michaela Hocek
vor 6 Stunden
3 Min. Lesezeit

Vollkommen abseits der Hektik und mitten im Grünen an einem riesigen, ruhigen See findet sich das Urlaubsparadies von Marie und David Naraine. Die beiden haben getan, wovon viele träumen: Die Hektik der Großstadt verlassen und stressende Jobs aufgegeben.



120 Schafe, zwei Hunde, eine Katze, warmherzige Gastgeber. Marie und David Naraine haben 2005 in Köpmannebro ursprünglich ein Wochenendhaus von 1907 mit 25 Hektar Grund gekauft, als einer ihrer Söhne gerade geboren und der andere im Teenageralter war. Zwei Jahre später haben sie ihr erstes Schaf hierhergebracht. Heute grasen hier auf 23 Flächen Gotlandschafe, eine alte Rasse mit längeren Beinen für höheres Gras und unebenes Gelände, und Leicester-Schafe, die für ihre gute Fleischqualität bekannt sind. Das Grasen ist gut für die Vegetation: Pflanzen wurzeln tiefer, Blumen kehren zurück, wodurch die Insektenpopulation steigt, was wiederum Vögel und Fledermäuse anlockt. Das bedeutet weniger lästige Stechmücken und Zecken. Um mit nur einem von vielen Beispielen des bio-zertifizierten und in Permakultur bewirtschafteten „Swedish Country Living“ zu erklären, wie das Leben im Einklang mit der Natur funktionieren kann. Zäune gibt es nur wenige, da die Schafe kleine Anhänger haben und wenn nötig per App geortet werden. Denn natürlich hat hier die moderne Technik nicht Halt gemacht, man spürt sie nur nicht so vordergründig wie anderswo.


Holzhaus „A-Frame Hermitage“ mit großer Glasfront zwischen Kiefern und Birken
„A-Frame Hermitage“ wurde eines der Gästehäuser getauft. Historische Fenster und Türen sowie Holz aus den eigenen Wäldern wurden für den Bau verwendet. Bild: Jonas Ingman

Helles Holzinterieur der A-Frame Hermitage mit Schlafempore, Leiter und Buntglasfenstern
Bild: Jonas Ingman

Doch zurück zur Historie: Marie und David haben die Stille so sehr genossen, dass sie 2012 ganz hierhergezogen sind. Sie sind aus dem Modebusiness ausgestiegen, haben das Café Bonaparte am Dalsland-Kanal übernommen, ein Bistro daraus gemacht – und wieder rund um die Uhr gearbeitet. Das führte zum nächsten Neustart mit Zimmervermietung in ihrem eigenen Haus und als Teil des WWOOF-Netzwerks (freiwillige Mitarbeit gegen Kost und Logis auf biologischen Höfen). „Doch mit Gästen im eigenen Haus hatten wir auf Dauer zu wenig Privatsphäre. So wurde die Idee geboren, Häuser zu bauen. Nach ökologischen Richtlinien, getrennt voneinander für Ruhe und Eigenständigkeit, mit alten Baumaterialien und dem Holz aus unseren eigenen Wäldern“, erzählt David bei einem Rundgang. Die drei gemütlichen Cabins für je zwei Personen stehen rund um einen Teich; ein Familienhaus für vier Gäste befindet sich in der Nähe. Sie alle sind architektonisch und von der Inneneinrichtung her komplett unterschiedlich. Das fantastische Raumklima ist auch der Dämmung mit Schafwolle und Hanf unter dem Boden („den mögen Mäuse nicht“, erzählt David) zu verdanken.


Mit Holzschindeln verkleidete Hütte „The Slate House Hermitage“ auf einer sonnigen Wiese im Wald
„The Slate House Hermitage“ ist maximal kuschelig dank Birken- und Zitterpappelholz sowie Schafwolldämmung. Bild: CDA Verlag GmbH

Lammburger mit Tomate und Salat auf einem Teller mit blau-weiß kariertem Tischtuch
Das Bio-Fleisch des von der Hausherrin zubereiteten Lammburger stammt aus eigener Zucht und Produktion. Bild: CDA Verlag GmbH

Viele Bäume wurden vom Hausherrn nach Vorbild einer alten Landkarte von ca. 1870 selbst gefällt, auch die Hofschlachtung hat er sich selbst beigebracht. Einzig das Scheren der Schafe wird Profis überlassen. Die Wolle verarbeitet Marie zu Polsterhüllen, Handschuhen, Gilets etc., die ebenso wie Fleisch und selbstgemachte Sirupe im kleinen Shop „Lammboden“ vor Ort verkauft werden. Die Spezialisierung auf regenerative Landwirtschaft, Zero-Waste und zirkuläre Kreislaufwirtschaft liegt den beiden Autodidakten sehr am Herzen. Ebenso wie stiller Luxus: Den Gästen stehen Kanus, ein eigener Badesteg, eine Outdoorküche, ein Hot Tub und ein Häuschen mit Dusche und Trenntoilette, die mit Seewasser (Trinkwasserqualität) gespeist werden und Kompost und Dünger liefern, zur Verfügung. Glashaus und Gemüsebeet sind das Experimentierfeld des Sohnes und Teil der Menüs für die Gäste. Die Insel vor der Haustür ist in einer Stunde zu umrunden, auf der Route ist ein Wikingergrab zu sehen. Der hausgemachte Weidenröschensirup schmeckt hervorragend und der unverstellte Sonnenuntergang ist grandios.


  • Glashaus, Gemüsebeet, Eventlocation mit Giebeldach, Hot Tub, Kajaks, Privatsteg am See und Schafe, die immer wieder den Weg kreuzen, tragen ihren Teil zur Erholung bei. Bild: CDA Verlag GmbH
  • Glashaus, Gemüsebeet, Eventlocation mit Giebeldach, Hot Tub, Kajaks, Privatsteg am See und Schafe, die immer wieder den Weg kreuzen, tragen ihren Teil zur Erholung bei. Bild: CDA Verlag GmbH
  • Glashaus, Gemüsebeet, Eventlocation mit Giebeldach, Hot Tub, Kajaks, Privatsteg am See und Schafe, die immer wieder den Weg kreuzen, tragen ihren Teil zur Erholung bei. Bild: CDA Verlag GmbH

Glashaus, Gemüsebeet, Eventlocation mit Giebeldach, Hot Tub, Kajaks, Privatsteg am See und Schafe, die immer wieder den Weg kreuzen, tragen ihren Teil zur Erholung bei. Bilder: CDA Verlag GmbH


Zero-Waste-Strategie

Die Gastgeber Marie und David Naraine vor ihrem roten Holzhaus am See
Bild: CDA Verlag GmbH

Luxus neu erleben: Etwa 140 Kilometer nördlich von Göteborg wird Urlaub ohne Strom und fließendem Wasser in Cabins aus historischen Baumaterialien, jahrhundertealten Türen, erhaltenen Fenstern mit Buntglas, Holz aus den eigenen Wäldern und separaten Dusch- und Trenntoilettenräumen zur Oase der Ruhe. Seltene Schafrassen fühlen sich hier ebenso wohl wie die Gäste und Hausherren.


Swedish Country Living

Svanängen 1

S-464 71 Köpmannebro

 
 
 

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