Reiters Supreme: Ein Hauch Japan
- Michaela Hocek

- 17. Aug.
- 2 Min. Lesezeit

Nikola und Karl J. Reiter sind in der Tourismusbranche aufgewachsen – die eine in Salzburg, der andere in Tirol. Sie lernten sich kennen und lieben, wollten irgendwann etwas Eigenes. Miami, Vietnam und Bad Tatzmannsdorf waren im Gespräch. Geworden ist es das burgenländische Refugium, weil hier „das Klima passt, Platz für die Landwirtschaft ist und sich viele Interessen oder Ideen, die von Reisen mitgebracht werden, realisiert werden können“, erzählt die sympathische Unternehmerin im Interview.

Drei Journeys und mehr
Gäste, die zum Wellnessen kommen, können sich für klassische Thermalanwendungen, indische Ayurveda-Behandlungen des vierköpfigen indischen Teams oder das japanische Kensho-Spa
entscheiden. Letzteres ist der neueste Coup der beiden inspirierenden Unternehmer. Auf ihrer letzten Japanreise haben sie die Passion für die dortige Kultur entdeckt und sich mit beratenden Expert:innen und einem Tiroler Architekt ihren Zubau und das Programm nach dem Motto „Place to me“ bauen lassen. Sportler:innen können dem Golf direkt vor der Haustür frönen. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird dieser mit Regenwasser gegossen. Radler:innen finden weitläufige Strecken ohne hügelige Höhenmeter vor. Das Inhouse-Aktiv-Tagesprogramm kann sich ebenfalls sehen lassen: Wir haben bei Tabata- und Faszientraining geschwitzt und Appetit entwickelt.

Regionale Kulinarik

Kalb- und Rindfleisch stammen aus eigener Landwirtschaft. Die Tiere – 70 Pferde, 200 Rinder, weiße Esel, viele Ziegen und Hühner – können auf den weitläufigen Grünanlagen rund um das Hotel auf den Koppeln beobachtet werden. Selbst produziert werden Brot, getrocknete Tomaten, Chutneys, Würste, Eis, Süßspeisen, Säfte, Wein u. v. m. Die Frühstücksauswahl kann sich sehen lassen: Selbstgemachte Marmeladen, Mehlspeisen, Aufstriche, Würstel, Bio-Eier von den eigenen Hühnern, Käse, Wurst, Säfte, Öle, vegane Köstlichkeiten, südburgenländische Spezialitäten wie Grammelpogatscherln und Hirschbirnensaft, eine schier nicht enden wollende Teebar, Saftcorner zum Selbstpressen sind die Highlights. Die meisten Lebensmitteln kommen von über 60 regionalen Lieferant:innen oder wohl gewählten Kooperationspartnern – wie z. B. Oliven aus Kalamata. Auch die Abendmenüs punkten mit hohem regionalem Anteil. Glutamat und Geschmacksverstärker sind tabu.
Nachhaltigkeit auf einen Blick
Auf die Frage nach Umweltmaßnahmen im Haus antwortet die Chefin: „Für uns ist es selbstverständlich alles zu tun, was möglich ist.“ So wird mit Einsatz von Biomasse, Holzhackschnitzeln und Photovoltaik energiefreundlich gearbeitet. Mülltrennung versteht sich von selbst. Das Lichtsystem ist tageszeitlich reguliert. Bioabfälle werden in eine regionale Biogasanlage eingespeist.Auf den Zimmern findet sich faire, vegane und

tierversuchsfreie Naturkosmetik. Auf dem Gelände finden sich Schmetterlings- und Blumenwiesen, Nistkästen und Bienenstöcke. Die Tiere leben in artgerechter Freilandhaltung und jagdfreier Zone. Praktiziert wird Hofschlachtung und From-Nose-to-tail-Küchenphilosophie. Für die über 350 Mitarbeiter:innen gibt es zusätzliche Urlaubstage und flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuung, eine Lehrlingsakademie und Weiterbildungsangebote. Dies scheint zu fruchten, trauen wir uns aufgrund der äußerst freundlichen und herzlichen Behandlung während unseres Aufenthalts zu behaupten. Schließen wollen wir mit einem letzten Tipp: Wer hier urlaubt, sollte das Buchen einer Ayurveda-Behandlung und den Ausklang des Tages in der Hotelbar bei Klaviermusik nicht verpassen.



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