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  • AutorenbildPhilipp Lumetsberger

Mobilität von Morgen

Strombetriebene Fahrzeuge werden das Verkehrsbild mittelfristig dominieren. Mit welcher Technik und auf welchen Wegen? Wir werfen einen Blick auf aktuelle Trends, neue Antriebsmodelle und Visionen der Konnektivität.


Das Jahr 2035 markiert einen Meilenstein im Segment der Elektromobilität: Ab diesem Zeitpunkt dürfen in der Europäischen Union nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden. Doch wie wird sich die E-Mobilität bis dahin entwickeln? Eine konkrete und verlässliche Prognose lässt sich nur schwerlich abgeben, deshalb richten wir an dieser Stelle den Fokus auf einige Trends und Entwicklungen, welche die Mobilität der Zukunft höchstwahrscheinlich prägen werden.


Die E-Mobilität ist zweifelsohne eine der zentralen Herausforderungen für die Automobilindustrie. Hierbei steht vor allem die Entwicklung neuer und effizienter Technologien im Fokus. Die deutsche Automobilindustrie plant derzeit Investitionen in Höhe von rund 150 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025, um die Entwicklung der Elektromobilität voranzutreiben.


Verbrauchsreduktion ist Trumpf

Im Unterschied zu Verbrennern spielt der Verbrauch bei E-Autos eine wesentlich gewichtigere Rolle. Die Autobauer versuchen dabei, an verschiedenen Stellen anzusetzen, um den Stromverbrauch der Fahrzeuge zu verringern. Das größte Einsparpotenzial bietet dabei die Karosserie: 62 Prozent der Antriebsenergie verwendet ein Fahrzeug darauf, den Luftwiderstand zu brechen. 20 Prozent der Energie fallen dem Rollwiderstand zum Opfer und nur 18 Prozent entfallen auf das Gewicht.


Aerodynamische Karosserieformen scheinen demnach ein nachhaltiger Trend zu werden, dem alle Autobauer folgen, um den Energiehunger ihrer Stromer nachhaltig zu reduzieren. Ein weiteres Einsparpotenzial sehen Experten im Bereich der Gewichtsreduktion: Fahrzeugbatterien wiegen bei Elektrofahrzeugen aktuell im Durchschnitt 700 Kilogramm. Den Fachleuten zufolge soll in den kommenden Jahren das Gewicht der Akkumulatoren um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden können. Der Grund: Eine zunehmende Energiedichte lässt die Akkus kleiner und leistungsfähiger werden.


Der Stuttgarter Produzent Mercedes hat mit seiner Studie EQXX Vision schon jetzt unter Beweis gestellt, dass ein Verbrauch von unter 10 kWh pro 100 Kilometer machbar ist. Bei einer Testfahrt schaffte der Konzeptstromer sogar einen Wert von 8,7 kWh pro 100 Kilometer. Zum Vergleich: ein VW ID.3 verbraucht im Schnitt nach WLTP-Messverfahren mindestens 14,9 kWh/100 km.


Hamburg forciert E-Taxis

Auch wenn das EU-Zulassungsverbot von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor noch einige Jahre auf sich warten lässt, prescht die Stadt Hamburg vor und setzt dieses Verbot schon in zwei Jahren, allerdings nur in einem Teilbereich, um. In der Hansestadt sollen ab dem 1. Januar 2025 keine neuen Taxis mit Verbrennungsmotor mehr auf die Straße kommen. Hamburg wird damit das erste Bundesland, das in zwei Jahren nur noch Taxis mit alternativen Antrieben zulassen wird.


Bereits im Jahr 2021 hat die Millionenstadt im Norden Deutschlands mit der Förderung von emissionsfreien Taxis begonnen. Seit dem Startschuss des Projekts mit dem Namen „Zukunftstaxi“ sind bereits mehr als 350 elektrisch betriebene Taxis in Hamburg unterwegs.

Pilotprojekt: Die Stadt Hamburg fördert im Rahmen des Projekts „Zukunftstaxi“ emissionsfreie Taxis. Ab 2025 dürfen nur mehr Taxis mit alternativen Antrieben zugelassen werden.

Das Unternehmen Moia geht sogar einen Schritt weiter und möchte in Kooperation mit Volkswagen und Argo AI selbstfahrende Taxis auf Hamburgs Straßen bringen. Für das ambitionierte Projekt nutzt Moia den VW ID.Buzz. Einen wichtigen Baustein zur Entwicklung der autonomen Taxis liefert das Tech-Unternehmen Argo AI. Die US-Firma steuert einen LiDAR-Scanner (Light Detection and Ranging) bei. Hierbei handelt es sich um einen Laser-Sensor, der selbst bei schlechter Witterung und Nacht auf bis zu 400 Meter Entfernung Hindernisse erkennt. Der Elektro-Bulli von VW soll laut Moia mit der Technologie des Autonomie-Levels 4 ausgestattet werden. Das bedeutet, dass sich im Fahrzeug kein Fahrer befinden muss, im Notfall es jedoch auch durch eine Person aus der Ferne gesteuert werden kann. Verläuft alles nach Plan und werden die Tests erfolgreich abgeschlossen, sollen die autonomen Taxis ab 2025 ihren Dienst antreten.

Ohne Fahrer

Das Unternehmen Moia tüftelt an selbstfahrenden E-Transportern, die ab 2025 völlig autonom in ­Hamburg Personen von A nach B befördern sollen.


Ladestationen: Intelligent, vernetzt und unscheinbar

Um den eigenen Stromer jederzeit bei Bedarf mit frischer Energie versorgen zu können, ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur ein essenzieller Faktor. Die deutsche Bundesregierung hat sich bei der Umsetzung dieses Vorhabens ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis zum Ende der Dekade sollen landesweit eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. Hierfür wurden Fördergelder in Höhe von 300 Millionen Euro locker gemacht.


Genauso wie bei den Elektroautos, schreitet auch bei den Ladestationen die Weiterentwicklung kontinuierlich voran. Heutzutage müssen E-Fahrzeuge an der Ladestation mittels RFID-Karten oder anderen Mitteln für einen Ladevorgang freigeschaltet werden. Mit der sogenannten Plug & Charge-Funktion soll der Ladeprozess sowie die Bezahlung so automatisiert werden, dass der Fahrer nur noch das Ladekabel an sein Fahrzeug anschließen muss. Um dies zu ermöglichen, müssen die Ladestationen der Zukunft allerdings wesentlich vernetzter und intelligenter sein als heute.



Laden an der Laterne: Das auf den Namen Heinz getaufte Ladesystem der Firma ubitricity - mittlerweile ein Teil der Shell Gruppe - ermöglicht das unkomplizierte Aufladen an Straßenlaternen. (Bildquelle: ubritricity)

Laden am Straßenrand: Mit den Ladebordsteinen von Rheinmetall lassen sich Stromer direkt am Bordstein laden. Großer Pluspunkt: der geringe Platzverbrauch. (Bildquelle: Rheinmetall)

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