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  • Michaela Hocek

Ausprobiert: Zwei Tage im Tiny House

Wohnen auf kleinem Raum liegt im Trend. Wir haben uns urlaubstechnisch angesehen, wie es funktionieren kann. Achtung Spoiler: Hervorragend!

Kennen Sie das, wenn Sie ein Gebäude betreten und sich in der Sekunde ­zuhause­ fühlen? Im Tiny House des Vier-Sterne-Naturhotels Schütterbad im Salzburger Unken passiert genau das. Beim Betreten umschmeichelt ein herrlicher Duft nach Naturholz die Nase. Die großen Fensterflächen geben den Blick nach draußen frei und so genießt man ein erweitertes Wohngefühl mit Blick auf weite Wiesenflächen und Berge.


Im Inneren wird das Händchen der Hausherrin Heidi Pfaffenbichler, ihrem Mann Leo und Sohn Christoph für designstarkes Interieur, Accessoires und liebevolle Details sicht- und spürbar. Noch vor dem Auspacken der Koffer sieht man sich mit einem Buch auf der breiten mit Pölstern ausgelegten Fensterbank sitzend lesen oder am Tisch mit seinen Lieben essen und plaudern. Das Bett im Wohn-/Schlafraum ist dank hoher Matratze und Wohlfühlbettwäsche herrlich kuschelig.


Grün wohnen – Tiny House im Detail

Die Niedrigenergiehäuser sind in Vollholz gehalten, die für ihre Basis verwendeten Betonteile schonen den Naturboden. „Wir leben mit der Natur. Es war uns wichtig, mit heimischen Hölzern, regionalen Lieferanten und Heimwerkern zu arbeiten“, so Heidi Pfaffenbichler. Die Dächer sind begrünt und werden mit Grünstrom und heilvollem Wasser aus der eigenen Quelle versorgt. Zwei Ladestationen für E-Autos finden sich vor dem Hotel. Das Urlaubsabenteuer beginnt direkt vor dem Tiny House: Mit einer Runde Tennis, einem Sprung in den Naturbadeteich, wenn es die Temperaturen zulassen, oder einem Spaziergang auf den Wegen direkt um die Unterkunft. Im Winter sind drei Schigebiete, die kaum künstlich beschneit werden, ganz nah. Wer den Selbstversorger-Status zeitweise aufgeben will, gönnt sich ein Halbpension-Upgrade, um sich von den Kochkünsten des Juniorchefs mit regionalen Köstlichkeiten oder Frischem aus dem hoteleigenen Garten zu überzeugen. Während unseres Aufenthalts war die Burger-Woche ausgerufen, die sich auch viele Einheimische nicht entgehen ließen. Kein Wunder, finden sich mit Forellen-, Hulk-, Rote Beete-, Wild-, Asia-Chicken- und Kichererbsenburger Klassisches wie Unkonventionelles auf der Karte. Natürlich haben auch wir uns diese Gelegenheit des Gaumenkitzelns nicht entgehen lassen und waren u. a. vom Süßkartoffelbun, Kren-Zitronen-Dip und selbst fermentiertem Rotkohlkimchi hellauf begeistert.

Wohnküche mit Ausblick. Reist man in größerer Gruppe an, gibt es die Möglichkeit, die beiden Häuser durch eine Verbindungstür zusammenzulegen.

Ausgiebig frühstücken im Tiny House oder Hotel. Unser Tipp: Lassen Sie sich den selbstgemachten Fichtenwipfelaufstrich und die Marmeladen nicht entgehen.

Beeindruckende Ausflugsziele

Unsere Recherche fand auf Einladung Anfang Oktober statt und neben Hotel und Tiny House präsentierten sich auch die Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung von ihrer schönsten Seite. Die Wälder leuchteten in prächtigsten Herbstfarben, die Sonne war uns hold und der Ausblick und Anstieg auf die Berge war Workout und Entspannung zugleich. Unsere Empfehlungen: Der rote Marmorsee auf 1.600 Metern Seehöhe auf dem Schöhenbühel in der Almenwelt Lofer. Die Lamprechtshöhle in St. Martin, die als die längste Durchgangshöhle der Welt gilt. Die Seisenbergklamm in Weißenbach, wo die Kraft des Wassers bezaubernd-ausgespülte Formationen und Becken in das Gestein gespült hat. Familien begleitet hier der „Klammgeist“ auf Schautafeln. Die Vorderkaserklamm, die ihre schroffen und nicht minder imposanten Seiten zeigt. Und zu guter Letzt das Heutal, wo wir uns den Staubfall und einen Grenzübertritt nach Deutschland nicht entgehen ließen, der auf der Route Richtung Ruhpolding liegt. So weit sind wir dann doch nicht marschiert, obwohl es uns gereizt hätte. Wir haben uns einfach vorgenommen, im Sommer wiederzukehren, um der Hitze der Stadt zu entfliehen, durch Flussbeete zu waten und uns von sprudelnden Wassermassen beim Wandern und beim Baden in einer der vielen Seen abkühlen zu lassen. Außerdem sind im Gespräch mit den äußerst sympathischen Gastgebern noch die Stichworte Rafting, Canyoning und (E-)Bike gefallen.



Natur.nah.wohnen

Zwei Tiny Houses bereichern seit kurzem das Naturhotel Schütterbad. Sie heißen „Wald“ und „Wiese“ und die Namen sind Programm. Harmonisch eingebettet in die Landschaft stehen die 45 Quadratmeter großen Niedrigenergiehäuser auf Stelzen, um den darunterliegenden Boden nicht zu schädigen.


Infos: www.schuetterbad.at



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