• Michaela Hocek

Z wie Zirbe

Diese Holzart hat mit seinen ätherischen Ölen gleichermaßen für den Baum wie den Menschen positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So gilt die Zirbe schon lange als Heilmittel und ist im Wohnbereich weit mehr als ein stylisches Wohnaccessoire. Die positive Wirkung auf Vitalfunktionen und Schlafqualität ist wissenschaftlich nachgewiesen.



Hat man die Zirbe einmal in seinem Leben gerochen, erkennt man diesen markanten Duft jederzeit sofort wieder. Das harzige, ätherische Öl, das dieses Holz vorrangig kennzeichnet, ist Pinosylvin. Es befindet sich beim Baum im Kernholz und schützt diesen vor Bakterien und Pilzbefall. So gut geschützt, können Zirbenbäume eine Höhe von rund 25 Metern und ein beachtliches Alter von bis zu 1.000 Jahren erreichen. Die Zirbe wächst ausschließlich im alpinen Bereich (Alpen und Karpaten), ist also an harte Witterungsbedingungen gewöhnt. Man findet sie auf 1.700 bis zu 2.500 Metern Höhe, wo sie Temperaturen bis zu minus 40 Grad Celsius trotzt. Bei Möbeln wird das langsam wachsende Holz, das in Österreich unter Naturschutz steht, für seine Weichheit, gute Verarbeitungsmöglichkeiten aufgrund der gleichmäßigen Dichte in Kombination mit geringem Gewicht im Vergleich mit anderen Nadelhölzern und der lebhaften Maserung geschätzt. Schon im 17. Jahrhundert fand die Zirbe als Wandvertäfelung, für Möbeln in der Stube, als Dachschindel oder für Schnitzkunstwerke Einsatz. Heute wird Zirbenholz am häufigsten als Bett, Kissenfüllung, Raumlüfter oder bei Saunen verwendet. Wer eine Anschaffung in diese Richtung überlegt, sollte sich davon überzeugen, dass das Massivholz-Produkt über eine FSC- oder Blauer Engel-Zertifizierung verfügt. Nur dann ist sichergestellt, dass sie aus verantwortungsvollem Anbau und Wäldern, aus denen behutsam Rohmaterial entnommen und sie somit sinnvoll verjüngt und widerstandsfähiger werden, stammt. In Tirol beispielsweise werden jährlich ca. 130.000 Jungbäume in heimischen Forstgärten herangezogen und die Bestandsentwicklung sowie Entnahme für wirtschaftliche Zwecke beobachtet.


Foto: Die Køje/by Büro Magma

Guter Schlaf ist wichtig

Die Mission der Zirbenbettenmanufaktur „Die Køje“ im vorarlbergerischen Bludenz ist es, eine komplett natürliche Umgebung im Schlafzimmer zu schaffen, die wohltuend riecht und das Aufladen der menschlichen Energiereserven erleichtert. Möglich wird das mit stabilen und astfreien Zirbenholzbetten in zeitlosem Design – nicht zufällig mit skandinavischer Ästhetik – und individuellen Konfigurationsmöglichkeiten. Verwendet wird dafür die komplette Zirbe, also sowohl Splint- als auch Kerbholz. Die Steckverbindungen sind metallfrei. Ebenfalls im Sortiment sind Kindermöbel, Schränke, Kommoden, Nachttische, Bettschubladen und Kleinigkeiten von der Brotdose über das Schneidebrett bis zu Zirbenkissen.

www.diekoje.com


Zirbenöl – ein Gesundheitsallrounder


Auch der menschliche Körper profitiert von den ätherischen Inhaltsstoffen der Zirbe. Ihr Öl wird aus den Zweigen, Zapfen und Nadeln der robusten Kieferngewächse durch Wasserdampfdestillation gewonnen – möglichst schonend, um die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu beeinträchtigen. Um einen Liter Zirbenöl zu erzeugen, sind rund 100 Kilogramm an Rohstoffen nötig. Schon mit einem kleinen Fläschchen kommt man jedoch lange aus. Denn die Dosis macht das Wellness-Feeling. Für ein Vollbad mit hochkonzentriertem und naturreinem Zirbenöl beispielsweise reichen fünf bis acht Tropfen. Für Massagen werden fünf bis zehn Tropfen mit 50 Milliliter Mandel- oder Jojobaöl vermischt.


Als Raumduft übertüncht Zirbenöl nicht nur unangenehme Gerüche, sondern bindet und entfernt sie sogar.

Die Hauptinhaltsstoffe sind das bereits erwähnte Pinosylvin, das antibakteriell, stimmungsaufhellend und entspannend wirkt. Pinen hilft bei Muskelverspannungen und regt den Körper an, entzündungshemmende und schmerzstillende Stoffe zu produzieren. Ebenfalls entzündungshemmend ist Cineol. Limonen ist jener Inhaltsstoff, der für den intensiven, ein wenig an Terpentin erinnernden Geruch verantwortlich ist. Er ist es auch, der lästige Insekten auf natürliche Weise vertreibt. Die Nadelduft-Nuancen von Bornylacetat und Myrcen vollenden das nasenschmeichelnde Zirbenbouquet. Aus diesen Wirkungen ergibt sich die Anwendungsvielfalt als Raumduft in Duftlampen, im Diffusor, auf Steinen und in Raumlüftern, zum Inhalieren bei Erkältungen oder Kopfschmerzen, als Badewasserzusatz, als Massageöl, zur Neutralisierung von Gerüchen in der Küche, zur Möbelpflege oder auch als Mottenschutz und bei Insektenstichen. Die Haltbarkeit von Zirbenöl wird auf drei bis vier Jahre geschätzt, kann aber bis zu zehn Jahre bei kühler und dunkler Lagerung betragen.


Interview mit zirb. Founder Benedikt Handler


Ein Unternehmen, das die Stärken und Vorzüge der Zirbe auf innovative Weise nutzt, ist zirb. mit seinen formschönen und funktionellen Raumlüftern. Wir wollten mehr darüber wissen und haben nachgefragt.


Wie ist die Idee zu zirb. entstanden?

Die Idee wurde geboren, als ich kurz nach meinem Studienabschluss eine Ausbildung zum Bergwanderführer gemacht habe. Im biologischen Teil wurde das Thema Zirbe ausführlicher behandelt und die Ausbildnerin verwies damals auch auf eine Studie des Johanneum Research. Es gäbe da recht interessante Effekte, die sich auf Schlafqualität, Erholung und generell die Ausgeglichenheit sowie Leistungsfähigkeit auswirken. Ein Freund bestätigte mir das ebenfalls und erzählte von seiner persönlichen Erfahrung. Er hatte sich einen Haufen Bretter aus Zirbenholz in sein Schlafzimmer gestellt und beobachtete, dass er eine Stunde weniger schlief bzw. weniger Schlaf brauchte, weil er sich besser bzw. schneller erholte.


Der Duft der Zirbe soll die Konzentrationsfähigkeit stärken und die Lebensenergie steigern.

Das hat bei mir den Schalter umgelegt und ich habe – vorerst eher noch aus persönlichem Interesse – angefangen zu recherchieren, welche Produkte es in diesem Bereich so gibt. Zur Wahl standen hauptsächlich Betten und aufwändige, teure Möbel, um den Duft zu genießen – also immer ums Eck gedacht. Und so ist die Idee zum Raumlüfter entstanden. Mein späterer Mitgründer Carl Simbruner war eines Abends bei mir und kommentierte einen von mir gebauten Prototypen mit den Worten: „Das ist ja voll lässig, draus müssen wir was machen“. Mit Nikolaus Stieldorf waren wir dann vorerst komplett.


Die Produktentwicklung ist mir bis heute erhalten geblieben und führte über das Wachsen eines Sortiments und Aufstellen eines Teams zur Absicherung von Prozessen und Services usw. Ich bin extrem happy, eine tolle Mannschaft zu haben. Unser Arbeitsplatz soll ein Ort sein, wo wir gerne hingehen und das spüren, denke ich, auch unsere Kunden.


Wie lange wurde am Produktdesign gefeilt?

Hier ist die Frage: Was beschreibt man als fertig? Unser allererstes Produkt, das wir entwickelt haben, war der zirb.Luft. Da haben wir eigentlich vor einem halben Jahr, über eine Laufzeit von sechs Jahren, nach unzähligen anderen den letzten Entwicklungsschritt gemacht – inklusive der neuen Halterung, um bis zu vier Öle aufnehmen zu können.

Die wichtigsten Meilensteine waren der Raumlüfter selbst und anschließend die Ventilatoren so hinzubekommen, dass sie wirklich unhörbar leise sind. Bei der Entwicklung der zirb.Locken kam es darauf an, sie derart zu standardisieren, dass sie bei der Ankunft des Kunden immer noch super duften.


Der nächste ganz große Schritt war, das plastik- und styroporfreie Verpackungskonzept mit der Prämisse der Stabilität beim Versand zu entwickeln. Der nächste große Milestone war dann die Entwicklung der zirb.Essenz, dem Abgabefläschchen der ätherischen Öle.


Gibt es Mitbewerber?

Ja, natürlich. Ich glaube, in jedem Bereich, in dem man etwas gut macht, kommt früher oder später jemand der auch glaubt, er kann das. Mit der Kombination aus zirb.Locken und zirb.Essenz setzen wir ganz klar ein Unterscheidungsmerkmal. Denn nur mit einer Holzoberfläche zu arbeiten, reicht – das hat auch unsere Erfahrung gezeigt – dem durchschnittlichen Kunden mit durchschnittlicher Duftwahrnehmung auf Dauer nicht aus. Bei uns wird durch das halbjährliche bis jährliche Austauschen der zirb.Locken der positive filternde Effekt verstärkt werden und der Öltausch ist extrem einfach und unkompliziert. Nach sechs bis acht Wochen reicht ein kurzer Blick, ob es leer ist und wir schicken wieder ein neues Öl zu – am besten im unkomplizierten zirb.Sorglos-Nachfüllservice-Modell. Dem Kunden auch wirklich Betreuung zu bieten, ist ein ganz wichtiges Thema. Er kann sich bei einem Problem online an uns wenden, statt in einen Laden fahren zu müssen.


Der letzte entscheidende Unterscheidungsfaktor ist die Verpackung. Hier sind sehr viel Energie und Zeit hineingeflossen. Natürlich ist es ein Kostenfaktor, in einer Holzkiste mit Wolle und Kissenbezug zu verpacken, aber es wird vom Kunden gutgeheißen und weitererzählt. Wir haben es geschafft zu beweisen, dass Verpackung nicht nur etwas ist, das von Kosten getrieben ist und so billig und gleichzeitig so hübsch wie möglich sein sollte. Für uns, soll es zusätzlich so sinnvoll wie möglich sein.


Bitte um Details zur auffallend ästhetischen Verpackung.

Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und haben daher eine komplett wiederverwertbare Verpackung mit Naturmaterialien aus regionaler Herstellung für unseren zirb.Lüfterl und zirb.Luft entwickelt. Die Geräte werden in einer versiegelten Holzkiste geliefert. Nach dem Öffnen ertasten unsere Kunden als erstes Schafwolle. Sie schützt den zirb. während des Transports und wird anstelle von Styropor eingesetzt. Die Schafwolle kann anschließend mit Hilfe des beiliegenden Kissenbezugs in ein Zirbenkissen verwandelt werden. Zusätzlich finden Kunden in der Kiste ein Daumenkino, das den Schritt-für-Schritt-Aufbau und die perfekte Platzierung von zirb.Locken sowie zirb.Essenz zeigt. Alles was am Ende bleibt, sind tolle wiederverwendbare Produkte und null Müll.


Was macht die zirb.- Raumlüfter so besonders?

Grundsätzlich kommt der Duft, den der Baum abgibt, von den ätherischen Ölen, die im Baum vorhanden sind. Die Zirbe braucht diese und hat daher sehr viele davon, weil sie das Immunsystem des Baums ausmachen. Der Baum ist auf 1.600 Metern Seehöhe extrem vielen Belastungen ausgesetzt. Strahlung, Sturm, Wind, Blitzschlag – er bekommt ziemlich oft die volle Breitseite der Natur zu spüren und hat dementsprechend oft Verletzungen. Wie beim Menschen auch, ist es so, dass wenn die oberflächliche Rinde des Baums durchtrennt wird, dies die natürliche Einfallspforte für Pilze, Keime, Bakterien etc. ist. Durch die Verletzung fängt der Baum an, Harz dorthin zu transportieren. Dieses Harz enthält als Hauptbestandteil die ätherischen Öle, die dafür sorgen, dass keine Infektionen in den Baum eintreten.


zirb. bringt dieses Immunsystem der Zirbe in den Raum und schafft ein angenehm holzig riechendes Erlebnis. Das wirkt auf die meisten Menschen sehr eichend – also ausgleichend, angenehm, warm und löst einen Effekt aus, der Menschen zur Ruhe kommen lässt. Die Raumlüfter funktionieren im Schlafzimmer, Meetingraum, Büro usw.

www.zirb.com