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  • AutorenbildLisa Gutzelnig

Nachhaltiger Schlaf

Etwa ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir. Das heißt: Wir verbringen richtig viel Zeit zwischen Matratze, Bettdecke und Kissen. Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, womit wir es uns bequem machen sollten.

Schlaf ist wichtig, um dem Körper die nötigen Auszeiten vom stressigen Alltag zu gönnen und sich zu regenerieren. Aber nicht nur unser Stoffwechsel und unsere Abwehrkräfte erholen sich im Schlaf, auch unser Gehirn verarbeitet das Gelernte und Erlebte des Tages. Eine gute Schlafhygiene fördert somit die gesunde Funktion von Körper und Geist. Dabei gilt es zu beachten, dass ein großer Aspekt von Schlafhygiene Nachhaltigkeit ist. Was auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheint, geht bei näherem Hinsehen jedoch durchaus Hand in Hand. Denn Nachhaltigkeit besteht aus weit mehr als der Vermeidung von Plastikmüll, dem Ausbau grüner Energien und der Wiederverwertung von Ressourcen.


Das richtige Bett: voll auf dem Holzweg


Der gesunde Schlaf beginnt mit dem Bett: Super-Billig-Betten von günstigen Möbelhäusern stammen unter Umständen aus problematischen Abholz- und Produktionsbedingungen. Die verwendeten Kleber, Leime und Lacke können zudem gefährliche Schadstoffe wie zum Beispiel das potenziell krebserregende Formaldehyd ausdünsten. Und: Sich bei jedem Umzug ein neues Bett kaufen zu müssen, weil das „alte“ den Ab- und Aufbau nicht übersteht, ist ebenfalls nicht besonders nachhaltig.


Das Bett ist das Herzstück des Schlafzimmers. Im Idealfall begleitet es einen über mehrere Jahre oder gar ein halbes Leben lang. Deshalb sollte bei der Auswahl auf eine zeitlose Optik und nicht auf das Geld geachtet werden. Zudem ist es hilfreich, sich ausführlich zu informieren und nicht vorschnell zu entscheiden.


Für ein natürliches und nachhaltiges Zuhause sollte man auf Tropenhölzer verzichten, denn für diese Rohstoffe wird Regenwald gerodet. Stattdessen sollte bei Betten und Möbel im Allgemeinen auf heimische Hölzer wie Kiefer, Eiche, Buche oder Zirbe gesetzt werden. Sie kommen ohne lange Transportwege aus und stammen meist aus kontrollierter Forstwirtschaft. Doch auch bei heimischen Holzarten muss auf Nachhaltigkeit geachtet werden: Ein Indikator dafür ist das FSC-Siegel. Der „Forest Stewardship Council“ setzt sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ein.


Besser schlafen mit nachhaltiger Bettwäsche


Ein angenehmes Raumklima ist sehr wichtig für Ihre Wohlfühlzone. Achten Sie daher immer darauf, dass es in Ihrem Schlafzimmer nicht zu warm oder zu kalt ist. Die ideale Raumtemperatur für einen gesunden Schlaf liegt bei ca. 15 bis 18 Grad Celsius. Um auch die Temperatur in Ihrer unmittelbaren Schlafumgebung zu regeln, ist hochwertige Bettwäsche aus Naturfasern, wie z.B. Bio-Baumwolle, Bambus, Leinen, Eukalyptus oder Tencel genau das Richtige für Sie. Denn diese Stoffe wärmen in kalten Nächten und wirken kühlend, wenn es zu warm ist.


Nachhaltiger Schlaf ohne ­Störungen


Das Schlafzimmer ist ein wichtiger und intimer Rückzugsort, der die nötige Ruhe und Schutz bietet. Gestalten Sie ihr Schlafzimmer so, dass Sie sich darin am Wohlsten fühlen. Dinge, die die Erholung stören können, haben hier nichts verloren. Dazu gehören Elektrogeräte und Bildschirme wie Smartphones, Tablets oder der Fernseher. Daher wird von Schlafforschern empfohlen, das Handy bereits zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr zu benutzen und so gut es geht, aus dem Schlafzimmer fernzuhalten.


Individuelles Schlafritual


Geregelte Abläufe und feste Muster helfen Ihrem Körper und Geist dabei, sich zu entspannen und auf den Schlaf vorzubereiten. Ein gesundes Schlafritual ist essenziell, um sich auf die Nacht einzustellen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sie dabei unterstützen können. Probieren Sie z. B. entspannende Musik, einen beruhigenden Podcast oder noch besser, weil technikfrei, gezielte Atemübungen aus. Experimentieren Sie und finden Sie heraus, welche Gewohnheiten Ihrem persönlichen Geschmack entsprechen, um Ihr eigenes Wohlfühl-Schlafritual zu finden.


Die richtige Schlafdauer


Jeder Mensch hat sein persönliches Schlafbedürfnis. Der französische Kaiser Napoleon Bonaparte I. soll nach eigener Aussage mit lediglich vier Stunden Schlaf pro Nacht ausgekommen sein. Das ist natürlich auf lange Sicht gesehen viel zu wenig. Die ideale Schlafdauer liegt zwischen sechs und neun Stunden. Der Schlaf selbst besteht dabei aus verschiedenen Phasen, die gemeinsam unseren Schlafzyklus bilden und unsere Schlafqualität maßgeblich beeinflussen. Dieser setzt sich aus ca. sechs Mal 90 Minuten, also insgesamt etwa neun Stunden, zusammen. Orientieren Sie sich bei Ihren Zubettgehzeiten daher am besten an diesen Zeitfenstern. So können Sie verhindern, in einer intensiven Tiefschlafphase aufzuwachen und regelrecht aus dem Schlaf gerissen zu werden.


Auf die Matratze kommt es an


Für einen gesunden Schlaf müssen Matratzen regelmäßig ausgetauscht werden, da sich mit der Zeit Bakterien, Pilze und Feuchtigkeit ansammeln. Je nach Qualität sollte ein Wechsel alle fünf bis zehn Jahre stattfinden. Allein deshalb sollte man auch hier auf nachhaltige Materialien beim Kauf achten. Ökologisch unbedenkliche Matratzen halten zudem wesentlich länger und sind chemie-, allergie-, metall- und reizfrei.

Matratzen mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt - Eine nachhaltige Matratze aus ökologisch unbedenklichen Materialien sorgt nicht nur für einen erholsamen Schlaf, sondern schont auch die Umwelt, da sie recycelbar ist und den CO2-Ausstoß reduziert.

Kunststoffe werden in der Regel auf Basis der knappen Ressource Erdöl produziert. Sie sind nicht biologisch abbaubar – die Matratzen werden nach dem Gebrauch zu Sondermüll und setzen bei der Verbrennung Schadstoffe und CO2 frei.


Wenn es um Klimaschutz geht, sind Matratzen sicher nicht das erste Thema, das einem in den Sinn kommt. Das liegt daran, dass man die Größenordnung des Problems unterschätzt. So werden in Österreich jährlich 1,4 Millionen Matratzen verbrannt. EU-weit sind es gar 30 Millionen Stück. Das soll sich durch recycelbare Modelle ändern. Wie das gelingen kann, wurde im Climate Lab im Industry Circle „Ecodesign und Recycling von Matratzen“ diskutiert.


Nicht nur in den eigenen vier Wänden, auch in Hotels, Krankenhäusern, beim Bundesheer oder in Gefängnissen gibt es Matratzen, die noch deutlich häufiger gewechselt werden.


Es gibt Alternativen

Prolana ist beispielsweise ein Hersteller, der nachhaltige Matratzen aus Naturlatex mit Fair-Rubber-Zertifizierung anbietet. Sie haben Anschaffungskosten von ca. 550 Euro, bestehen dafür aber aus hochwertigen Materialien und sind sehr langlebig. Hochwertige QUL-zertifizierte Matratzen gibt es auch bei Grüne Erde (ab ca. 600 Euro) und bei Dormiente (ab ca. 725 Euro; zertifiziert nach Fair-Trade-Kriterien.

Natur-Bettwaren von Grüne Erde - Bei Grüne Erde gibt es ein umfangreiches Sortiment an hochwertigen Natur-Bettwaren. Die Bettdecken (ab ca. 130 Euro) und Kissen (ab ca. 40 Euro) werden in Deutschland und Österreich aus ökologischen Materialien gefertigt.

Fokus auf Decken und Kissen


Mit Daunen und Federn gefüllte Bettwaren sind aufgrund ihrer Eigenschaften sinnvoll – sie sind atmungsaktiv, können viel Feuchtigkeit aufnehmen, halten warm und sind lange haltbar. Jedoch ist die Produktion von Daunen problematisch, da es bisher noch keine seriöse Zertifizierung gibt, die garantieren kann, dass die Daunen für Bettwaren ethisch einwandfrei gewonnen wurden. Mehrere Hersteller und Händler von Natur-Bettwaren verzichten deshalb gänzlich auf ihre Verwendung.


Andere Unternehmen haben eigene Wege gefunden. So setzt Hersteller Allnatura auf „Downpass“ – dieses Prüfsiegel gewährleistet, dass Daunen nicht von lebenden Tieren oder Gänsen aus Stopfmast gewonnen werden. Im Onlineshop von Allnatura findet sich eine große Auswahl an Bettdecken (ab ca. 100 Euro) und Kissen (ab ca. 40 Euro) aus den unterschiedlichsten Materialien und in verschiedenen Größen. Die Interessenten können einen Fragebogen ausfüllen und erhalten dann eine Produktempfehlung, die ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.


Avocadostore bietet Bettdecken (ab ca. 120 Euro) und Kissen (ab ca. 50 Euro) aus verschiedenen Naturmaterialien von mehreren nachhaltigen Herstellern wie zum Beispiel Naturehome, Purnatour und Raben’s ehrlich handgemacht. Dormiente stellt ebenfalls hochwertige Bettdecken (ab ca. 180 Euro) und Kissen (ab ca. 70 Euro) aus Naturmaterialien wie Merinowolle, Kaschmir, Kamelhaar, Kapok und Baumwolle her. Bei Grüne Erde gibt es ein umfangreiches Sortiment an hochwertigen Natur-Bettwaren. Die Bettdecken (ab ca. 130 Euro) und Kissen (ab ca. 40 Euro) werden in Deutschland und Österreich aus ökologischen Materialien gefertigt.


Anbieter von Naturbett-Waren:




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