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  • AutorenbildMichaela Hocek

Start in die Gartensaison

Wer umweltfreundlich im Einklang mit der Tier- und Pflanzenwelt gärtnert, darf sich auf reiche Ernteerfolge freuen.


Die traditionelle Gärtnerei ist in vielen Punkten überholt, denn Klimafragen und die heutige Sicht auf unser Verhältnis zu Flora und Fauna erfordern neue Anbautechniken. Um das Treiben auf den eigenen verfügbaren Flächen – vom großen Garten bis zum Balkonkasten ist vieles möglich – soll es in dieser Story gehen. Wir haben uns dafür nach spannenden Bucherscheinungen umgesehen und das Gespräch mit dem Biogarten-Experten Karl Ploberger gesucht. Denn der Trend zu moderner, ökologischer und gesunder Selbstversorgung mit Obst und Gemüse ist nicht nur ernährungstechnisch ein Gewinn, sondern erdet auch im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Beschäftigung mit Pflanzen und Boden im Freien eine lohnende Aktivität ist, die den Stresspegel senkt. Außerdem wird mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Bodenverbesserung nicht nur dessen Nährstoffversorgung verbessert, sondern auch das natürliche Zusammenspiel von Milliarden an Bodenorganismen gefördert. Woraus sich ein schöner Kreislauf für Mensch, Fauna und Flora ergibt.


Vorteile des eigenen Gemüse- und Obstgartens


Wer schon einmal frisch geerntete Salate, Erbsen, Tomaten, Zucchini, grüne oder gelbe Bohnen, Äpfel, Birnen oder Erdbeeren und Himbeeren direkt vom Gemüsebeet, Baum oder Strauch ge-gessen hat, weiß, dass sie ungleich besser als Supermarktware schmecken. Man weiß, die Arbeit, die dahintersteckt mehr zu schätzen. Kinder profitieren vom Beobachten oder der aktiven Mithilfe bei der Aufzucht. Man hält sich automatisch mehr im Freien auf und ist mit dem saisonalen Verlauf und den Wetterbedingungen in direktem Kontakt, was nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist guttut. Kreative Hobbygärtner kommen auch in den Genuss von ausgefalleneren oder alten Sorten, die es im Lebensmittelgeschäft nicht zu kaufen gibt – was ganz nebenbei die Biodiversität fördert.


„Das Gras (oder auch Gemüse) wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“

- Chinesisches Sprichwort


Außerdem kann man hundertprozentig sicher sein, dass ausschließlich organische Düngung zum Einsatz kommt und kann sich dem Thema Zwischenfruchtanbau widmen. Was dahinter steckt? Biologische Unkrautregulierung, Grundwasser- und Erosionsschutz, Bodenlockerung und Humusaufbau. Darüber hinaus sehen Wicken, Phacelia, Sonne-, Ringel- und Studentenblumen oder auch Borretsch im Gemüsegarten schön aus und locken zudem Bienen an.


Kostenloser Kompost


Blätter, Wurzeln, Rasenschnitt, Ästchen und Unkräuter, die bei der Gartenarbeit anfallen und Küchenabfälle, werden von Bakterien, Pilzen, Insekten, Asseln und Würmen in gehaltvolle Erde verwandelt. Zudem fallen keine Ausgaben für den Düngerkauf an. Was sie im Kompost vermeiden sollten: Schalen und Laub vom Walnussbaum, Eichen- und Buchenlaub, Schalen von Zitrusfrüchten, Fleisch und Fisch (weil sie Ungeziefer anlocken). Ein Tipp, der vielleicht nicht so bekannt ist: Schon im zweiten Jahr kann man Kürbisse auf dem Komposthaufen anbauen, um freiwerdende Nährstoffe und freiwerdende Wärmeenergie nutzen.


Erste Schritte


Überlegen Sie gemeinsam mit allen Familienmitgliedern, welches Obst und Gemüse gerne gegessen wird und ob ihre Licht- und Schattenverhältnisse sowie der Boden, der Ihnen zur Verfügung steht, dafür passen. Dann prüfen Sie, von wo Sie entsprechendes biologisches Saatgut oder Jungpflanzen bekommen. Nach dem Erstellen eines Pflanzplans, sind die optimalen Zeiten der Aussaat oder Pflanzung zu ermitteln. Hier eine Inspiration für April bis Mai: Petersilie, Gartenkresse, Schnittlauch, Zwiebel, Karotten, Mangold, Spinat, Zucchini, Kürbis, Gurken, Radieschen, Salat, Weiß- und Rotkohl, Erdbeeren, Rhabarber, Stachel- und Heidelbeeren. Natürlich erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Werden Sie aktiv und genießen Sie von Mai bis Oktober ihr eigenes nährstoff- und vitaminreiches Gemüse. Wir drücken die (grünen) Daumen.


Wassersparende Gartenbewässerung

Mit dem automatischen „Micro-Drip“-System von Gardena bewässern Hobbygärtner ihre Pflanzenwelt innovativ, wassersparend und dank „Gardena smart App“ ohne großen Körpereinsatz. Die Tropfbewässerung sorgt für einen sparsamen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser. Zu herkömmlichen Methoden werden bis zu 70 Prozent des nassen Elements eingespart, nicht zuletzt durch die mögliche Kombination mit einem Sensor, der die Bodenfeuchte misst.


Gartentools aus Recyclingmaterial

Das „EcoLine“-Sortiment von Gardena verfügt über ein eigenständiges Design, dessen Kunststoffanteile zu mindestens 65 Prozent aus recyceltem Material bestehen. Die Kunststoffe sind zum überwiegenden Anteil aus Haushaltsmüll, beispielsweise Folien oder Verpackungen (Post-Consumer-Recyclingmaterialien) gefertigt. Es besteht aus einer Grundausstattung für die Bewässerung, einer Bewässerungsbrause und einem Viereckregner sowie drei Handgeräten und einer Gartenschere. Alle „Made in Germany“-Produkte sind frost- und UV-beständig und halten höchster Beanspruchung im Freien stand. Die „EcoLine“-Verpackungen sind zu 100 Prozent aus recycelter und recycelbarer Wellpappe und mit wasserbasierter Tinte bedruckt.


E-Power für einen sauberen Garten

„e-multi-star Systems“ zur Arbeitserleichterung: Seit dem vergangenen Jahr ist das WOLF-Garten multi-star-Clicksystem elektrisch. Das klassische System wurde um einen Akku-Stiel und fünf akkubetriebene Arbeitsaufsätze erweitert. Aktuell neu sind drei Reinigungsaufsätze, genauer gesagt die Terrassenbürste BR16eM, die Fugenbürste JB11eM und der Kantenschneider ED16eM.


 


Karl Ploberger im Interview


Zum Start in die Gartensaison haben wir Karl Ploberger, den österreichischen „Biogärtner der Nation“, wie er oft genannt wird, zum Interview gebeten. Er gibt Tipps, wie man jetzt erfolgreich, mit wenig Mühe und ganz ohne Chemie und Gift startet.


Welche Arbeiten stehen jetzt im Biogarten an?

Die wichtigste Arbeit: Nichts übereilen. Gerade im Frühling ist es viel wichtiger mit einigen Arbeiten zu warten und erst dann, wenn der Boden abgetrocknet und warm genug ist, mit dem Pflanzen und Säen zu beginnen. Im Gemüsegarten wird die Erde in den Beeten dann nur oberflächlich gelockert, Kompost (maximal acht Liter pro Quadratmeter) aufbringen und leicht einarbeiten. Generell kann jetzt im gesamten Garten der Boden gemulcht werden. So ist es möglich, die Feuchtigkeit im Boden zu bewahren.


Wie schaffe ich es, einen konventionellen Privatgarten auf biologisch umzustellen?

Bei diesem Projekt sind ein wenig Geduld und Gelassenheit die Grundvoraussetzungen. Aber die ersten Schritte sollten tatsächlich jetzt gesetzt werden. Dabei wird Kompost statt Kunstdünger verwendet. Mulchen statt Unkrautvernichter ist eine weitere Devise und auch das Schaffen von Nützlingsquartieren gegen Schädlinge bewährt sich. So schafft z. B. der „Ohrwurmtopf“ – ein verkehrt aufgehängter Tontopf mit Holzwolle, der am Stamm des Obstbaumes befestigt ist – Unterschlupf für die Tierchen, welche die Blattläuse fressen. Und ganz wichtig ist es, viele Nistkästen aufzuhängen – die Vögel sind die beste Schädlingspolizei.


Wie kann ich auch ohne grünen Daumen erfolgreich biologisch gärtnern?

Weniger eingreifen und mehr beobachten. Viel zu oft wird viel zu schnell eine Maßnahme gesetzt, welche die Natur von sich aus durchführen würde. Die wichtigste Arbeit ist und bleibt aber die Bodenpflege. Denn ist dieser gesund und voller Leben, sind es auch die Pflanzen.


Wie locke ich Insekten, Vögel und Igel etc. in meinen Garten? Mit welchen Nützlingen kann ich Schädlingen begegnen?

Vielfalt ist hier die Lösung. Wenn immer darauf geachtet wird, dass viele Blütenpflanzen im Garten sind, die den Insekten Blütenpollen und Nektar bieten, ist ein großer Schritt getan. Als Faustregel gilt: Offene Blüten, bei denen man die Staubgefäße sieht, bringen der Tierwelt etwas.


Wie stehen Sie zu Unkraut? Ist der Name gerecht?

Natürlich gibt es die eine oder andere Pflanze, die im Garten lästig werden kann. Denken wir nur an den Giersch oder den Schachtelhalm. Beide vermehren sich enorm, können aber auch wieder sinnvoll verwendet werden. Die ersten zarten Blätter des Giersch als Salat, das Zinnkraut als Brühe und Jauche gegen Pilzkrankheiten. Generell aber hilft das ständige Bedecken des Bodens mit organischem Material – zum Beispiel Rasenschnitt oder unter Gehölzen der Rindenmulch – die Erde weitgehend unkrautfrei zu halten.


Was muss ich beim Kauf von Erde, Samen, Jungpflanzen in Hinblick auf Nachhaltigkeit beachten?

Im Naturgarten steht der Schutz der Natur im Mittelpunkt. Daher wird hier nur torffreie Erde verwendet. Als Ersatz nimmt man Holzfaser oder Rindenhumus, um die Struktur in der Erde zu verbessern. Bei den Samen sollte immer Biosaatgut verwendet werden und bei den Jungpflanzen geht es vor allem um die richtigen Sorten. Werden diese standortgerecht und in der Nähe gekauft, sprießen später gesunde Pflanzen, die ans lokale Klima angepasst sind.


Welche nachhaltigen Garten-Tipps möchten Sie unseren Lesern abschließend für die kommende Saison mitgeben?

In Zeiten des Klimawandels ist der Umgang mit Wasser besonders wichtig. Daher in Trockenperioden „richtig“ gießen. Das bedeutet: Die Beete im Gemüse- und/oder im Ziergarten nicht jeden Tag ein wenig mit Wasser versorgen, sondern alle paar Tage intensiv gießen. Hier sprechen wir von mindestens 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter. So dringt die Feuchtigkeit tief in den Boden ein, die Pflanzen wurzeln bis in die unteren Erdschichten und sind somit einer Hitzeperiode besser gewachsen.



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