Schlafen bei Hitze
- Michaela Hocek

- 12. Aug.
- 4 Min. Lesezeit

Noch wissen wir nicht, wie viele Tropennächte in diesem Sommer auf uns zukommen. Also noch genügend Zeit, um sich Strategien zu überlegen, die Hitze bestmöglich aus dem Schlafzimmer fernzuhalten.
Die Schlafqualität nimmt bei hohen Temperaturen ab und heiße Sommernächte werden schnell zur Last. Wenn die Körpertemperatur in der Nacht nicht absinken kann, werden auch der Puls und Blutdruck nicht niedriger und die Atmung nicht tiefer. So kommt es zu unruhigen Schlafperioden, weniger Tiefschlaf. Probleme beim

Durchschlafen und vermehrtes Schwitzen lassen uns weniger ausgeruht aufwachen, weil die Regenerationszeit, wo der Körper Gewebe, Muskeln und Knochen sowie Erlebnisse und Emotionen des Tages „repariert“, kürzer ausfällt. Umso wichtiger ist eine konsequente Schlafhygiene, also die Routinen rund um die Verhaltensweisen, die einen gesunden Schlaf fördern, einzuhalten.
Von einer Tropennacht spricht man, wenn die Temperatur zwischen 18 und 6 Uhr nicht unter 20 Grad Celsius fällt.
Positiv ins Träumeland
Um seine sieben bis neun Stunden von der WHO empfohlenen Stunden Schlaf auch in Hitzephasen zu erreichen, kann einiges getan werden. Mit den folgenden fünf Tipps möchten wir eine „Gute Nacht“ wünschen:
1. Lüften, aber richtig. Außer am Morgen, wenn das möglichst natürliche Wachwerden im Fokus

steht, sollte das Schlafzimmer vor Sonneneinstrahlung schützen. Daher so früh wie möglich ausgiebig lüften und danach Vorhänge zuziehen, Rollläden herunterfahren und Türen schließen, um das Eindringen warmer Luft zu vermeiden. Spätabends kann mit stehender Hitze im Raum durch Querlüften – dem Öffnen der Fenster auf zwei gegenüberliegenden Seiten der Wohnung bei geöffneten Türen, um mit angenehmer Nachtluft die Wohnung abzukühlen – Schluss gemacht werden. Eine Schale Eiswürfel vor einem Ventilator zu positionieren, kann auch kühle Luft im Raum verteilen. Wer die Fenster und Türen verkeilt, verhindert, dass der Wind sie zuknallt. Während des Schlafens sollte starke Zugluft vermieden werden.

2. Angenehme Bettruhe. Auch wenn im Sommer mehr Treffen im Freien, Feste und Grillpartys

anstehen, sollte man danach trachten, möglichst zur gleichen Zeit schlafen zu gehen und nicht unmittelbar vor der Nachtruhe, zu viel Essen und Alkohol zu sich zu nehmen. Die danach anstehende Verdauung und Belastung der Leber fordern den ohnehin schon hitzestrapazierten Körper zusätzlich. Die kalte Dusche abends ist ebenfalls nicht förderlich. Denn das kalte Wasser verengt die Blutgefäße, die sich in der Ruhephase wieder öffnen und erst recht das Hitzeempfinden anheizen. Lauwarmes Wasser mit beruhigenden Aromen wie Zirbe, Lavendel, Melisse, Bergamotte oder Eukalyptus in Seife und Duschgel sind die bessere Wahl. Angenehm ist es auch, sich lufttrocken zu lassen, statt sich mit dem Handtuch abzurubbeln.

3. Kuschelig und kühl. Bei Betttextilien, Sommerdecken und Schlafkleidung bewähren sich
atmungsaktive Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Bambusfasern, Tencel und Baumwollsatin. Sie sorgen für ein angenehmes Hautgefühl, nehmen Schweiß besser auf und kühlen umweltfreundlicher als künstliche Materialien. Wer gerne nackt schläft, kann eine waschbare Unterdecke verwenden, die den Schweiß aufnimmt.

4. Ruhiges Umfeld. Auf geringe Geräuschpegel und maximal minimierte
Displayzeit ist – übrigens ganzjährig – ebenfalls zu achten. Fällt das Wiedereinschlafen schwer, nicht zum Smartphone greifen, sondern das Bett verlassen, bis der Körper wieder Bettschwere signalisiert. Bezüglich Sport vor dem Schlafengehen sollte das Motto „Weniger ist mehr“ lauten. Also: Mäßig anstrengende, körperliche Betätigung ist in Ordnung, ausdauernder Sport regt eher an: moderates Radfahren, Joggen, entspannendes Yoga oder Pilates – ja. Supercycle, Bergwertungen und Reformer-Pilates – nein. Das Training spätestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen beenden, auch wenn es abends endlich kühl und die Verlockung sich auszupowern groß ist.
5. Coole Me-Time. Eine Wärmflasche mit kühlem Wasser bei den Füßen, in ein Handtuch gewickelte Kühlakkus in den Kniekehlen oder zum Ablegen der Handgelenke, Eincremen der Beine mit Aloe-Vera-Gel, eine Schlafmeditation oder eine Fantasiereise in kühle, imaginäre Welten sind Hitzerituale, die in schläfrige Stimmung versetzen können. Wadenwickel mit feuchten Handtüchern können die Hitze vom Kopf ableiten. Das Aufhängen feuchter Tücher und die dadurch entstehende Verdunstungskälte können das Gefühl stärken, besser atmen zu können. Es fühlt sich angenehm an, wenn der Umgebungsluft Wärme entzogen wird.



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