Nachhaltigkeit beginnt im Kopf: Warum Haltung entscheidend ist
- Michaela Hocek

- vor 2 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Obwohl der Mensch nicht für langes, statisches Sitzen gemacht ist, sitzen wir viele Stunden täglich zuhause, am Arbeitsplatz und in der Schule oder an der Uni. Wir lümmeln in Sesseln, auf der Couch, hocken auf unergonomischen Bänken und in unbequemen Sitzen öffentlicher Verkehrsmittel. Beobachten Sie einmal für mehrere Tage, wie Ihr Verhältnis von Bewegung und statischem Verharren in welchen Möbelstücken aussieht. Möglicherweise lassen sich daraus schnell Rückschlüsse auf Verspannungen im Nacken, in den Schultern, dem Rücken, dem Hüftbeuger und den Po-Backen sowie ungleichmäßig belastete Bandscheiben ziehen. Auch unsere Faszien strafen starre Haltungen mit eingeschränkter Mobilität ab. Es kann also durchaus hilfreich sein, offener für regelmäßige Bewegungspausen, kurze Dehnungsübungen zwischendurch und Faszientraining zu sein, um sich leichter und geschmeidiger zu fühlen.
Neben reinen Mobilitätswahrnehmungen und -einschränkungen lassen wir häufig weitere gesundheitliche Auswirkungen von zu langem Sitzen außer Acht oder sie sind uns gar nicht erst bewusst. Diese reichen von der Verlangsamung des Stoffwechsels, der das Herz-Kreislauf-System negativ beeinflusst und in weiterer Folge zu Bluthochdruck führen kann, über Gewichtszunahme aufgrund zu geringen Kalorienverbrauchs, Durchblutungsstörungen in den Beinen oder zu geringe Sauerstoffaufnahme im Gehirn, was zu schneller Ermüdung und Konzentrationsstörungen führen kann. Sitzen hat also definitiv eine weite Dimension in unserem Leben.
Wie sitze ich richtig?
Best Friend mit dem (Büro-)stuhl werden Sie, wenn die Füße breit aufgestellt sind, die Knie nach vorne oder leicht nach außen zeigen und die Beine im 90-Grad-Winkel sind. Aufrecht sitzen und mit dem kompletten Rücken an der Lehne Kontakt haben, ist ein weiterer Merksatz. Achten Sie auf lockere Schultern und eine gerade, nicht nach vorne geschobene, Kopfhaltung. Abwechselndes Beinauflegen zwischendurch entlastet und dehnt die Hüfte. Spannung aus dem Körper nimmt auch ein „Ausfallschritt“ während des Sitzens an der Vorderkante oder ein angehocktes Bein. Sind Sie viel im Auto unterwegs, sollten Sie darauf achten, dass Sie das Gesäß bis an die Lehne rücken. Die optimale Sitzposition ist erreicht, wenn die Knie bei durchgetretenen Pedalen leicht angewinkelt sind. Sind die Ellenbogen leicht gebeugt und die Handgelenke am oberen Lenkradrand, passt der Abstand. Bei längeren Fahrten die Rückenlehne leicht verändern und Stehzeiten im Stau oder an der Ampel für Dehnungsübungen und Kreisen der Hand- und Fußgelenke nützen.

Zirkuläres Design
In Sachen Kreislaufwirtschaft setzt die dänische Designmarke Bolia auf modulare Sitzelemente, austauschbare Komponenten, neue Reparaturmöglichkeiten und erhöhte Produkttransparenz. Einfache Produktpflege, eine zehnjährige Garantie, die Verlängerung der Lebensdauer und die Zusammenarbeit mit Partnern wie FSC™, Miljømærkning Danmark, MÅLBAR, DTI und SBTi sind weitere Maßnahmen zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks.
Dynamisches Sitzen
Eine effektive Gegenstrategie gegen potentielle Beeinträchtigungen der Lebensqualität durch zu langes Stillhalten ist dynamisches Sitzen, also ein häufiger Positionswechsel. In Verbindung mit Bewegungspausen alle halben oder vollen Stunden kann präventiv gehandelt werden. Seien Sie kreativ und konsequent: Schon kleine Interventionen wie Beckenkippen, Schulterkreisen, Wirbelsäulenmobilisierung durch Drehbewegungen, Fußkreisen, Aufstehen beim Telefonieren, Kniebeugen zwischendurch, Strecken und Dehnen vor dem geöffneten Fenster und der Wechsel der Sitzposition sind hilfreich. Nutzen Sie Ihre Pausen auch, um Triggerpunkte – schmerzhafte Verhärtungen in der Muskulatur – zu öffnen. Dazu reichen ein in Griffnähe liegender Korkball oder eine Holzkugel, die zwischendurch für zwei bis drei Minuten an der betroffenen Stelle und einer Wand oder Tisch- und Sitzfläche angesetzt werden. Der Wechsel zwischen ergonomischem Stuhl, Sitzball oder einige Zeit ein luftgefülltes Kissen auf den Sessel legen, sind weitere Möglichkeiten die Belastungen der Sitzperioden während des Tages zu reduzieren – ebenso wie Besprechungen am Stehtisch oder im Gehen zu etablieren.
Recyceltes Polyester
Seit Jahresanfang hat IKEA das modulare Sofa „Jättebo“ im Sortiment. Der Bezug aus strapazierfähigem Cord besteht zu 100 Prozent aus Recyclingpolyester. Zudem ist er abnehmbar und zum Reinigen in der Waschmaschine geeignet. Ein Garant für eine lange Nutzungsdauer ist auch, dass die einzelnen Elemente individuell planbar und jederzeit umstellbar sind. So kann das Sofa ebenso als Chaiselongue wie Zwei- oder Dreisitzer zum Einsatz kommen und es hat auch einen Stauraum unter den Sitzelementen. Tiefe Sitzflächen und Kopfstützen erlauben es, die Sitzhaltung je nach Beschäftigung anzupassen.

Recyceltes Polyester
Seit Jahresanfang hat IKEA das modulare Sofa „Jättebo“ im Sortiment. Der Bezug aus strapazierfähigem Cord besteht zu 100 Prozent aus Recyclingpolyester. Zudem ist er abnehmbar und zum Reinigen in der Waschmaschine geeignet. Ein Garant für eine lange Nutzungsdauer ist auch, dass die einzelnen Elemente individuell planbar und jederzeit umstellbar sind. So kann das Sofa ebenso als Chaiselongue wie Zwei- oder Dreisitzer zum Einsatz kommen und es hat auch einen Stauraum unter den Sitzelementen. Tiefe Sitzflächen und Kopfstützen erlauben es, die Sitzhaltung je nach Beschäftigung anzupassen.
Mit „Bewegungssnacks“ Routinen verändern
Schon fünf Minuten körperliche Aktivität zwischendurch führen laut „British Medical Journal“ zu Verbesserungen im Bewegungsapparat, die die Herz-Kreislauf-Fitness und Ausdauer verbessern. Dies zeigte die Analyse verschiedener Studien. Die sogenannten „Bewegungssnacks“ – also Intervalle ohne Pausen, Warm-up oder Cool Down – bewähren sich demnach, wenn sie zwei Mal täglich an drei bis sieben Tagen pro Woche durchgeführt werden. Diese können von Tai-Chi über Treppensteigen bis zu Kraftübungen für die Beine reichen.
Alexander-Technik
Bei der F. M. Alexander-Technik werden die Eigenwahrnehmung geschult, die Haltung und Atmung verbessert und so ungünstige Bewegungsmuster „abgeschüttelt“. In Einzelstunden sehen sich geschulte Lehrende eingeübte Fehlhaltungen an, die Verspannungen, Rückenschmerzen oder chronische Schmerzen auslösen, so z. B. auch wie man sich hinsetzt, sitzt und aufsteht. Positiv an der Methode ist, dass nicht speziell geübt werden muss, sondern die korrekte Haltung im Alltag in den Fokus gerückt wird.
Mit „Bewegungssnacks“ Routinen verändern
Schon fünf Minuten körperliche Aktivität zwischendurch führen laut „British Medical Journal“ zu Verbesserungen im Bewegungsapparat, die die Herz-Kreislauf-Fitness und Ausdauer verbessern. Dies zeigte die Analyse verschiedener Studien. Die sogenannten „Bewegungssnacks“ – also Intervalle ohne Pausen, Warm-up oder Cool Down – bewähren sich demnach, wenn sie zwei Mal täglich an drei bis sieben Tagen pro Woche durchgeführt werden. Diese können von Tai-Chi über Treppensteigen bis zu Kraftübungen für die Beine reichen.

99% recycelbar
Viel Tageszeit verbringen wir im Homeoffice, in Gemeinschaftsräumen oder Essbereichen. Hier sollte neben der Ästhetik vor allem die Performance des „Bürostuhls“ passen. Das Modell „Mynt“ von Vitra hat einige gute Voraussetzungen. Hinsichtlich der Nachhaltigkeit ist der Anteil von 86 Prozent recycelten Materialien, die am Ende des Produktzyklus zu 99 Prozent recycelbar sind, von Vorteil. Die Polsterung der Sitzbezüge ist aus V-Foam, einem wieder verwertbaren Polyurethanschaum.
Mitwachsendes Lernumfeld
Kinderzimmer sind ein eigener Wohnkosmos – vom Ort zum Schlafen, Träumen und Herumtoben über den stillen Rückzugsraum bis zum Platz für Kreativität und Lernerfolge. So sind langlebige Naturholzmöbel eine gute Wahl, will man dem Nachwuchs einen Wohlfühlplatz einrichten. Möglich ist das mit dem „kids“-Programm von Team 7. Das Sitzen am Schreibtisch wird beispielsweise mit einem ergonomischen Drehstuhl, wo Sitzhöhe und Sitztiefe sowie die Rückenlehne individuell eingestellt werden können, unterstützt. Der Schreibtisch ist höhenverstellbar und die Tischplatte ist neigbar.
Nachhaltiges Sitzen im Kinderalltag
Kinder sitzen anders als Erwachsene und genau darin liegt ihre Stärke. Sie rutschen, drehen sich, knien, stehen wieder auf und finden ständig neue Positionen. Diese natürliche Bewegung ist kein Zeichen von Unruhe, sondern ein wichtiger Teil ihrer körperlichen und motorischen Entwicklung. Nachhaltiges Sitzen im Kinderalltag bedeutet deshalb nicht, möglichst still zu sitzen, sondern Möbel zu nutzen, die Bewegung zulassen und Kinder altersgerecht begleiten.
Gleichzeitig lohnt es sich, beim Sitzen genauer hinzuschauen. Pädagogische und bewegungsorientierte Empfehlungen zeigen, dass bestimmte ergonomische Grundlagen hilfreich sind. Dazu gehören eine passende Sitzhöhe, stabiler Bodenkontakt der Füße und die Möglichkeit, die Position immer wieder zu verändern. Gerade im Kindesalter ändern sich Körperproportionen und Bedürfnisse schnell. Starre Lösungen passen hier selten lange.
Wendig wie die Kids selbst
Möbel sollen Kinder dabei unterstützen, selbstständig zu handeln und ihren Körper bewusst wahrzunehmen. Im Sinne der Montessori-Pädagogik spricht man von einer vorbereiteten Umgebung. Leicht zugängliche und vielseitig nutzbare Sitzmöbel ermöglichen es Kindern, ihre Sitzposition selbst zu wählen und bei Bedarf zu verändern. Ein Beispiel dafür ist der wendbare Hocker von Selvaro, der in unterschiedlichen Entwicklungsphasen begleitet.

3 Tipps von Samuel Ilg/Selvaro

Die Sitzhöhe macht den Unterschied
Eine der wichtigsten ergonomischen Grundlagen beim Sitzen ist die passende Sitzhöhe. Empfehlenswert ist, dass Kinder mit den Füßen stabil den Boden erreichen und die Knie etwa auf Höhe der Hüfte liegen. Ist die Sitzfläche deutlich zu hoch oder zu niedrig, weichen Kinder unbewusst aus. Auf Dauer kann das zu unnötigen Spannungen führen.
Bewegung gehört zum Sitzen dazu
Kinder sitzen selten lange still und das ist völlig normal. Häufige Positionswechsel fördern Muskelaktivität, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung. Langes und starres Sitzen gilt als wenig kindgerecht. Sitzmöbel ohne Lehne, die kleine Bewegungen zulassen, unterstützen dieses sogenannte dynamische Sitzen. Kinder können sich drehen, leicht kippen oder spontan aufstehen. Die Muskulatur bleibt aktiv, ohne dass Sitzen zur Anstrengung wird. So wird Ergonomie ganz selbstverständlich Teil des Alltags, eingebettet in den natürlichen Bewegungsdrang.
Mitwachsen statt austauschen
Gerade im Kinderbereich treffen Ergonomie und Nachhaltigkeit dort aufeinander, wo Möbel über mehrere Jahre hinweg sinnvoll nutzbar bleiben. Sitzmöbel, die verschiedene Sitzhöhen oder Nutzungsarten vereinen, passen sich dem wachsenden Kind an, nicht umgekehrt. Niedriger für Kleinkinder beim Spielen, höher zum Malen, Basteln oder gemeinsamen Essen. Kinder wechseln die Höhe selbstständig, je nach Tätigkeit und eigenem Körpergefühl.



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