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Mountain Retreat Center

  • Autorenbild: Michaela Hocek
    Michaela Hocek
  • 11. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit
Bild: Indigourlaub (Daniel Maier)
Bild: Indigourlaub (Daniel Maier)

Mit viel Neugier, Freude auf eine Auszeit und dem Wunsch, die veganen Kochskills zu verbessern, wurde in dem idyllisch gelegenen Resort eingecheckt und keine der Erwartungen enttäuscht.


Vegan kochen im Chiemgau


Der Ausblick von einem Kraftort auf die Bergwelt rundum und saftiges Grün allein sind an sich schon eine schöne Urlaubserfahrung. Wir haben uns dennoch gefragt, warum das Ankommen hier so schnell vonstattengeht und man sich umgehend wie zu Hause fühlt und denken, eine Antwort gefunden zu haben: Es ist das Ausziehen der Straßenschuhe und Hineinschlüpfen in die Socken oder Hauspatschen. Es ist das Regal mit unzähligen Bergschuhen, Sneakers und Sandalen, dass das Gefühl vermittelt, die ganze Familie ist schon daheim. Es sind die gemütlich eingerichteten Aufenthaltsräume, wo man sich auf eine Tasse Tee trifft, sich im Erker mit seinen Kochgenoss:innen für eine Nachbesprechung der Seminarinhalte zusammensetzt oder die Stube, wo man am Buffet miteinander scherzt und gemeinsam isst. Es sind die gemütlichen Zimmer, teilweise mit Balkon, wo man seine Ruhe genießen kann und die Liegestühle vor dem

„Rückzug mit Begegnung“ ist das Motto des gemütlichen Hauses im Chiemgau. Beim Yoga, in der Sonne vor dem Haus oder am Buffet kommt man öfter mal ungezwungen ins Gespräch. Bild: Indigourlaub (Daniel Maier)
„Rückzug mit Begegnung“ ist das Motto des gemütlichen Hauses im Chiemgau. Beim Yoga, in der Sonne vor dem Haus oder am Buffet kommt man öfter mal ungezwungen ins Gespräch. Bild: Indigourlaub (Daniel Maier)

Haus, wo immer wieder Wandertipps ausgetauscht werden. Es sind die fixen Essenszeiten, wo alle zusammenkommen, als hätte das Familienoberhaupt zu Tisch gerufen. Das ist m Mountain Retreat Center ein äußerst charmantes Team rund um Alexander Müller, der hier mit seiner typisch ruhigen Ausstrahlung, immer wieder verschmitztem Lächeln oder durchaus strengem Seitenblick, auch mal einer ruppigen Antwort oder charmanten Provokation das Küchen­regiment führt – ohne laut zu werden und in geordneten Abläufen. Denn seine Lehrzeiten mit cholerischen Ausbildnern und prominenten Koch-Koryphäen hat er längst hinter sich gelassen, um sein eigenes Ding zu machen.


Vom Profi lernen


Das vegan-vegetarische Küchenkonzept ist auf Harmonie mit den Aktivitäten in der Natur und im Haus abgestimmt. Bild: Indigourlaub (Daniel Maier)
Das vegan-vegetarische Küchenkonzept ist auf Harmonie mit den Aktivitäten in der Natur und im Haus abgestimmt. Bild: Indigourlaub (Daniel Maier)

Sieben Küchenlehrlinge, pardon Hotelgäste, einschließlich mir, waren dann auch ganz Ohr als der vegane Kochpionier aus Berlin, der sich seit über 20 Jahren mit der Materie beschäftigt, mit seinen Ausführungen rund um die veganen Basics begann. Aus der Befürchtung zu wenig ins Tun zu kommen, wurde ein emsiges Team, das Saucen, Suppen, Focaccia und Hefekuchen backen, Gemüseschnippeln und Resteverwertung im Handumdrehen mit professionellen Kniffen umsetzen kann.

Viel gelernt: Lebensmittel- und Messerkunde, Geschmackslehre und die zehn unverzichtbaren Komponenten jedes Gerichts wurden uns von Küchenchef Alexander Müller im Themenprogramm „Vegan kochen lernen & Yoga“ sympathisch und mit unvergesslichen Kniffen und Geschichten ins Langzeitgedächtnis eingeprägt. Danke! Bild: CDA Verlag GmbH
Viel gelernt: Lebensmittel- und Messerkunde, Geschmackslehre und die zehn unverzichtbaren Komponenten jedes Gerichts wurden uns von Küchenchef Alexander Müller im Themenprogramm „Vegan kochen lernen & Yoga“ sympathisch und mit unvergesslichen Kniffen und Geschichten ins Langzeitgedächtnis eingeprägt. Danke! Bild: CDA Verlag GmbH

Mich persönlich werden ab nun für alle Zeit Messerkunde und Schnitttechnik vor immer wieder mal angeschnittenen Fingerkuppen bewahren. Die Geschmackslehre ging mit keinem konkreten Rezept, sondern dem Know-how für das ausgewogene Abschmecken und individuelle Kreieren von Speisen einher – unabhängig vom jeweiligen Kochniveau der Teilnehmer:innen. Förderlich war dabei das schrittweise Verkosten auf dem Weg zur ausgewogenen Speise. Das Erkunden verschiedener Konsistenzen und Einsatzgebiete von Tofu und Tempeh geriet zum staunenden Prozess. Weil Müller ein allgemeines „das schmeckt fad oder gar nicht“, zu Recht nicht gelten lässt. Sein Credo: Jedem Produkt die ihm optimale Zubereitung. All das und professionelle Effizienz haben wir in wenigen Tagen gelernt und einen Vorgeschmack bekommen, was wir noch auf eigene Faust erkunden möchten. Ein kleines Geheimnis wollen wir gerne verraten: Rote-Bete-Pulver ist der Hit beim Anrichten. Und Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber alles was es für die perfekte Speise braucht, sind die folgenden zehn Komponenten, die sich an zwei Händen abzählen lassen: Süß, sauer, bitter, salzig, umami, Konsistenz, Fett, Schärfe, Optik und Liebe.


Mountain Retreat Center

Schweibern 2

D-83229 Sachrang bei Aschau

 
 
 

2 Kommentare


rehr grge
rehr grge
30. Sept.

Ein fantastischer Artikel! Die Klarheit und der logische Aufbau sind erstklassig. Es hat mich daran erinnert, wie sehr digitale Werkzeuge uns heute bei Entscheidungen unterstützen können, für die man früher einen Experten gebraucht hätte. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Stil. Ich war unsicher bezüglich meiner Gesichtsform und was mir wirklich steht. Eine Art digitale Stilberatung online, die mit einer Analyse des Gesichts beginnt, hat mir mehr Klarheit verschafft als stundenlanges Suchen in Magazinen. Sehr empfehlenswert!

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Pierre Jordane
Pierre Jordane
12. Aug.

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