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Green Wedding: Nachhaltig heiraten mit gutem Gewissen

  • Autorenbild: Michaela Hocek
    Michaela Hocek
  • 15. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

„Ja“ sagen zu einer Hochzeit, die nachhaltig und stimmig ist, freut nicht nur die Hochzeitsgesellschaft, sondern auch die Umwelt. Immer mehr Brautleute möchten ihren „schönsten Tag des Lebens“ als Fest in diese Richtung feiern.


Hochwertige europäische Stoffe, Deadstock-Materialien und eine präzise, handwerkliche Verarbeitung bilden die Grundlage jeder kisui-Kollektion. Bild: Johanna Rübel
Hochwertige europäische Stoffe, Deadstock-Materialien und eine präzise, handwerkliche Verarbeitung bilden die Grundlage jeder kisui-Kollektion. Bild: Johanna Rübel

Das Brautkleid


Wir haben bei kisui, einem Berliner Brautkleider-Atelier, das mit klarem Fokus auf verantwortungsvolle Materialien, langlebiges Design und faire Produktionsbedingungen designt, wertvolle Tipps für nachhaltige Brautmode und – falls gewünscht – den Wiederverkauf eingeholt.


Materialien bewusst wählen

  • Naturmaterialien wie Seide oder Baumwolle und auch recycelte Stoffe.

  • Bio-zertifizierte Stoffe (allerdings muss man hier bedenken, dass gerade für kleinere Labels die Kosten für eine Zertifizierung zu hoch sind, diese können sich oft nur Konzerne leisten).

  • Für die Honeymoon-Kollektion/Lingerie-Kollektion verwendet kisui z. B. Deadstock- oder Reststoffe aus der Brautkleidproduktion.


Produktion & Herkunft hinterfragen

  • Wo wird mein Kleid gefertigt? Diese Info findet sich auf dem Textilkennzeichnungsetikett, mit dem jedes Kleid laut Gesetz ausgestattet sein muss.

  • Wer näht es – und unter welchen Bedingungen? Oft gibt es hierzu leider keine näheren Infos in den Geschäften.

  • Sind Anpassungen möglich?


Lokale oder europäische Ateliers können oft flexibler auf die Wünsche der Braut eingehen. Es gibt kürzere Transportwege und sie stehen meist für fairere Arbeitsbedingungen (Achtung, das gilt nicht für jedes „Made-in-Europe“-Kleid. Hier muss man sehr genau hinschauen, da die Löhne und Gesetze sehr unterschiedlich sind).


Bild: Shutterstock
Bild: Shutterstock

Rent-your-Style

  • Mittlerweile bieten einige Läden Brautmode zum Ausleihen an. „Wir bei kisui haben z.B. tolle Looks für das Standesamt zum Ausleihen“, verrät Chefdesignerin Kerstin Karges.

  • Leihen schont Ressourcen und spart Budget – der unvergessliche Brautlook bleibt.


Mehrfach tragbar denken

  • Zweiteilige Looks (Top & Rock) können später einzeln neu kombiniert weitergetragen werden und so die Erinnerung an die Hochzeit wieder aufleben lassen.

  • Umfärben nach der Hochzeit ist vor allem bei schlichten Kleidern eine tolle Option.

  • Kürzen oder umarbeiten, hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Schleier werden zu Jacken, Kleider zu tollen Zwei-Teiler-Kombinationen oder kurzen Cocktailkleidern.


Wiederverkauf

  • Besonders gut verkäuflich: schlichte, zeitlose Designs.

  • Schwierig: sehr aufwendige, stark personalisierte Kleider.

  • Änderungen (z. B. stark gekürzt) lassen sich schwieriger verkaufen.

  • Der Verkauf läuft über Second-Hand-Läden oder Verkaufsplattformen. In den Läden ist die Chance sehr viel höher, allerdings ist nur mit einem Erlös von einem Viertel des Kaufpreises zu rechnen. Auf der Verkaufsplattform entscheidet man selbst, wieviel Geld man für sein Kleid haben möchte. Der Verkaufsprozess ist aber schwieriger und zeitintensiver.


Alternativen zum Weiterverkauf

  • Weitergeben im Freundeskreis

  • Spenden (z. B. für soziale Projekte wie „Sternenkinder“)

  • Upcycling: neues Kleidungsstück daraus anfertigen, Schleier als Babybett-Himmel oder Taufkleid verwenden.

  • Als Erinnerungsstück bewahren (z. B. Schleier, Stoffteil).


Bild: Shutterstock
Bild: Shutterstock

„Es ist ein ganz besonderes Kleidungsstück und wenn man es einfach nicht weggeben möchte oder kann, ist es völlig ok, es zu behalten, sich daran zu erfreuen und in Erinnerungen zu schwelgen! Wenn man es aber emotional loslassen kann, gibt es tolle Möglichkeiten für ein zweites Leben des Brautkleides“, nimmt Karges den Entscheidungsdruck.


Nachhaltige Flitterwochen


Auch der Honeymoon nach der Trauung und Hochzeitsfeier kann mit einem geringen ökologischen Fußabdruck verbracht werden. Es gibt darauf spezialisierte Anbieter wie Green Pearls, die Packages mit außergewöhnlichen Hochzeitslocations ebenso wie Rückzugsorte für romantische Flitterwochen weltweit – von der Fernreisedestination am Traumstrand bis zu Eco Lodges in der Wüste oder im Dschungel und Boutiquehotels in Städten oder Almhütten in Deutschland und Österreich – anbieten.


Bild: Shutterstock
Bild: Shutterstock

Die Gastgeschenke


Diese Tradition, die als nette Aufmerksamkeit gedacht ist, endet oft damit, dass Gastgeschenke vergessen werden oder zuhause in der Krimskrams-Lade landen. Damit das nicht passiert: Bio-Spezialitäten aus der Region oder eine Kleinigkeit, die die Brautleute liebevoll selbst hergestellt haben, kommen meist am besten an. Werden diese später zuhause verzehrt, ist es eine weitere schöne Erinnerung an die Hochzeit. Cellophan-Verpackungen sind tabu – Papier, Glas, wiederverwendbare Metalldosen, Bio-Baumwolle oder Bio-Leinen eine umweltfreundliche Alternative.


Edle Papeterie: Cotton Bird ist ein Spezialist für alle Arten von Feierlichkeiten. Alle verwendeten Papiere sind zu 100 % nach FSC-Standards (aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern) zertifiziert und werden ohne Chlor gebleicht. Darüber hinaus kommen umweltfreundliche, kompostierbare und biologisch abbaubare Tinten zum Einsatz. Einige Modelle bestehen aus Papier mit 100 % recycelten Fasern. Der Maschinenpark der hauseigenen Druckerei ist mit dem CO₂-Neutral-Label ausgezeichnet. Bild: Cotton Bird
Edle Papeterie: Cotton Bird ist ein Spezialist für alle Arten von Feierlichkeiten. Alle verwendeten Papiere sind zu 100 % nach FSC-Standards (aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern) zertifiziert und werden ohne Chlor gebleicht. Darüber hinaus kommen umweltfreundliche, kompostierbare und biologisch abbaubare Tinten zum Einsatz. Einige Modelle bestehen aus Papier mit 100 % recycelten Fasern. Der Maschinenpark der hauseigenen Druckerei ist mit dem CO₂-Neutral-Label ausgezeichnet. Bild: Cotton Bird

Die Eheringe


Der ideale Zeitpunkt, um Eheringe auszuwählen, liegt etwa drei bis sechs Monate vor der Hochzeit. So bleibt ausreichend Zeit für eine entspannte Auswahl, persönliche Gravuren und individuelle Anpassungen. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit sollten Modelle aus Recyclinggold ausgewählt werden. Das Aufarbeiten von Familienschmuck ist eine weitere schöne Idee. Wer es glitzern lassen möchte, sollte auf konfliktfreie Steine oder im Labor gezüchtete Diamanten achten. Holzringe sind eine Alternative, die mit Intarsien, Gravuren oder im Mix mit Metall und Edelsteinen sehr individuell gestaltbar sind.


Beim nachhaltigen Schmucklabel Dear Darling Berlin werden Hochzeits- und Eheringe individuell gefertigt – nachhaltig, zeitlos im Design, persönlich in der Bedeutung und mit viel Liebe zum Detail. Bild: DEAR DARLING BERLIN
Beim nachhaltigen Schmucklabel Dear Darling Berlin werden Hochzeits- und Eheringe individuell gefertigt – nachhaltig, zeitlos im Design, persönlich in der Bedeutung und mit viel Liebe zum Detail. Bild: DEAR DARLING BERLIN

Die Hochzeitslocation


Bio-Hotels, Biohöfe oder Bio-Restaurants mit Hochzeitsservice: Um am Ort der Trauung den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, lohnt es sich, nach einem bio-zertifizierten Standort Ausschau zu halten. Ideal ist es, wenn die Location für Eheschließungen genehmigt ist. Bei Trauungen im Freien sollte die Ausweichmöglichkeit bei Schlechtwetter kein extra aufzustellendes Festzelt oder Pavillon mit Kunststoffplanen sein. Auch Heizpilze sollten nicht zum Einsatz kommen. Wenn die Outdoor-Hochzeit bedeutet, dass das gesamte Equipment dorthin transportiert werden muss, ist eher davon abzuraten. Gedanken sollte man sich auch rund um die Anreise machen. Schön ist es, wenn die Hochzeitsgesellschaft gemeinsam vom Standesamt zur Location wechselt – zu Fuß oder mit einem Shuttleservice. Auch mit der Auswahl eines Floristen, Konditor oder Fotografen in der Nähe können CO2-Ausstoß und Fahrtspesen reduziert werden.


Die Hochzeitsdeko


Sie muss nicht zwingend neu angeschafft werden. Auf Verkaufsplattformen finden sich viele Angebote – oft sogar zu verschenken. Falls Bastelskills und -laune vorhanden sind: Ein DIY-Event in kleiner Runde schafft gute Stimmung und Erinnerung schon vor der Hochzeitsfeier bei den Eingeladenen. Wiesenblumen, Kräutersträußchen und Baumscheiben etc. schaffen ein natürlich-edles Ambiente. Alte Marmeladengläser für Kerzen können mit Spitze oder Satinbändern upgecycelt werden.


Bild: Shutterstock
Bild: Shutterstock

Weitere ökologische Dekorationsideen:

  • Biologisch abbaubare Seifenblasen

  • Papiertüten oder Stanitzel mit Namen und Hochzeitsdatum für Trockenblüten für jeden Gast vorbereiten

  • Bienen- oder Sojawachskerzen

  • Brautstrauß so wählen, dass er getrocknet werden kann.

Interview mit Kerstin Mechler von kuessdiebraut.de


Nachhaltigkeit ist bei KUESSdieBRAUT kein Trend, sondern fester Bestandteil des Unternehmens. Verwendet werden zertifizierte Materialien – Bio-Baumwolle, umweltbewusste Viskose aus kontrollierten Holzquellen und recycelte Stoffe sowie Garne und Zubehör. Konsequente Reduzierung auf das Wesentliche erfordert dabei einen hohen Design- und Entwicklungsaufwand. „So verwenden wir für unsere nachhaltige Brautmode z. B. keine Einlagen und arbeiten Knopflöcher unsichtbar in Spitzenstoffe ein, um Gummibänder zu vermeiden. All diese kleinen Details spiegeln unsere Haltung wider, auch die Hangtags an unseren Brautkleidern sind mit Ökostrom umweltfreundlich auf Recyclingpapier mit mineralölfreien Druckfarben gedruckt. Wir verwenden keine Aufkleber, sondern beschriften von Hand. Außerdem fertigen wir nur auf Bestellung für die Braut, um Lager- und Restbestände zu vermeiden. Der Entwurf unserer Kollektion liegt in meinen Händen, gefertigt werden unsere Modelle in unserem befreundeten Partner-Atelier in Izmir. Faire Löhne, sozialverträgliche Arbeitsbedingungen und loyale, verlässliche Partnerschaften sind für uns selbstverständlich“, erklärt Kerstin Mechler, die KUESSdieBRAUT 2009 gegründet hat, ihr Konzept, ein Designprodukt zu einem vernünftigen Preis anzubieten. Dem Credo wird auch bei der Eco Linie GREENbyDESIGN treu geblieben. Für die Mehrkosten im Material und der Verarbeitung wird kein Aufschlag erhoben, „denn wir möchten, dass auch nachhaltige Brautmode bezahlbar ist – wir sehen darin einen Invest in unsere gemeinsame Zukunft. Außerdem ist unsere Handschrift seit jeher, Lieblingsstücke zu kreieren, die nicht nur am Hochzeitstag getragen werden können. Durch Materialien, Schnitt und Style sind fast all unsere kurzen und langen Brautkleider, Jumpsuits und ‚Mix & Match‘-Kombinationen weiterhin tragbar – in Weiß oder in einer anderen Farbe, da sich unsere Modelle auch wunderbar einfärben lassen“, so Mechler.


Bild: kuessdiebraut
Bild: kuessdiebraut

 
 
 

2 Kommentare


Nikolambo Gamardjoba
Nikolambo Gamardjoba
16. Juli

Eine „Green Wedding“ beweist, dass eine stilvolle Traumhochzeit und ökologisches Bewusstsein perfekt zusammenpassen. Von fairer Brautmode bis hin zu regionalem Bio-Catering – nachhaltig zu heiraten liegt absolut im Trend und sorgt für unvergessliche Momente mit gutem Gewissen.

Nach der intensiven Planungsphase und all den emotionalen Momenten des großen Tages ist die Erleichterung meist groß. Wer sich nach dem Fest entspannt zurücklehnen und den Kopf bei unbeschwerter Unterhaltung freibekommen möchte, findet auf Sweety Spin einen farbenfrohen und süßen Ausgleich voller spielerischer Energie. So lässt sich die gewonnene Leichtigkeit perfekt auf der Couch genießen, während man gemütlich die schönsten Erinnerungen Revue passieren lässt.

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Anderson Sinclair
Anderson Sinclair
15. Juli

Nachhaltig heiraten ist eine tolle Idee – gut für die Umwelt und oft auch für den Geldbeutel. Und mal ehrlich: Ein Kleid mit einer zweiten Chance hat genauso viel Charme wie ein nagelneues. Übrigens, wenn ihr online etwas Neues entdecken möchtet, schaut auch mal bei chicken road  vorbei.

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