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  • AutorenbildMichaela Hocek

Das Zuhause entspannt verstehen: Interview mit Marie Mandt


Marie Mandt bedauerte, dass es selten Tipps zum nachhaltigen Einrichten gab. Sie ist überzeugt, dass das eigene Zuhause leicht mit vorhandenen Möbeln, Farbe und neuer Deko umgestaltet werden kann, um somit automatisch Ressourcen zu sparen. In der von ihr gegründeten „gemeinsam.einrichten“-Community bietet sie ihren Mitgliedern Ideen, die auch ohne jedes Einrichtungswissen gut umgesetzt werden können.



Was gilt es beim nachhaltigen Einrichten zu beachten?

Für mich bedeutet nachhaltiges Einrichten, sich bewusst Gedanken darüber zu machen, was man braucht, und dies im Voraus gut zu planen. Auf diese Weise vermeidet man Fehlkäufe und spart wertvolle Ressourcen. Wichtig ist, für eine Umgestaltung genügend Zeit einzuplanen, um Entscheidungen nicht von heute auf morgen zu treffen.


Außerdem sollte man bei Herstellern genau darauf achten, was Nachhaltigkeit für sie bedeutet, da dieser Begriff in den letzten Jahren leider inflationär genutzt wurde. Möbel und Einrichtungsgegenstände sollten aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt sein und eine lange Lebensdauer haben. Secondhandmöbel sind immer eine gute Option, da es bereits viele Dinge gibt, die man wiederverwenden kann. Zusätzlich spart man hier auch viel Geld.

Möbel und Einrichtungsgegenstände, die nicht mehr benötigt werden, sollten nicht einfach weggeworfen, sondern recycelt, weiterverkauft oder verschenkt werden. Eine andere Person freut sich bestimmt über den ­alten Bilderrahmen, den man selbst nicht benötigt.


Was sind die häufigsten Wünsche von umweltbewussten, renovierungswütigen Menschen?

Die häufigste Frage ist, wie man zeitlose Möbel findet, die gute Qualität haben, bezahlbar sind und fair und nachhaltig hergestellt wurden. Oft sind Secondhandmöbel oder kleinere DIY-Projekte eine gute Lösung. Hier sollte immer auf Vollholzmöbel gesetzt werden, da diese massiver sowie langlebiger sind und auch abgeschliffen werden können.


Ebenfalls taucht die Frage nach nachhaltigen Wandfarben immer wieder auf. Mineralfarben wie Silikatfarben sind Alternativen zu Dispersion, sie sorgen zudem für gutes Raumklima.


Heißt nachhaltig einrichten, teuer wohnen?

Nein, für mich bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, neue, nachhaltig hergestellte Möbel zu kaufen, sondern auch vorhandene Dinge zu nutzen oder bei Verwandten zu stöbern. So tauchen viele tolle Schätze mit Geschichte auf, denen man ein zweites Leben geben kann.


Kann man auch durch das Umstellen von Möbeln glücklich werden?

Auf jeden Fall! In meiner Arbeit ist es immer das Erste, was ich prüfe: Wie können wir die vorhandenen Möbel optimal im Raum positionieren, um ihn den Bedürfnissen anzupassen? Meine Kunden waren immer überrascht, wie anders alles aussieht, ohne dass sie auch nur eine neue Sache gekauft haben. Ich visualisiere Einrichtungsideen mit Skizzen und Moodboards, um die Umsetzung zu vereinfachen.


Wie kann ein softes Makeover das Wohngefühl verändern?

Für mich beginnt jedes Einrichtungsprojekt mit einigen W-Fragen: Was mag ich derzeit und was stört mich? Was möchte ich in dem Raum tun und was benötige ich tatsächlich dafür? Welche Funktionen sind dort enthalten und passen die aktuellen Abläufe? Was für ein Raumgefühl wünsche ich mir und was bedeutet das für mich? Wenn ich mir zum Beispiel mehr Gemütlichkeit in meinem Schlafzimmer wünsche, was bedeutet das konkret? Ein Teppich, eine flauschige Decke und warme Farben? Oder viele Pflanzen und Erinnerungsstücke, die mich an die tollen Tage im Urlaub erinnern?


Ist das geklärt, geht es an die Raumplanung und die Suche nach Inspirationsbildern. Die Antworten dienen dabei als Leitfaden. Und ganz wichtig: Niemals eine Idee einfach 1:1 kopieren! Jedes Zuhause ist individuell und was auf einem Foto toll aussah, passt vielleicht so gar nicht in mein Zuhause.


Wobei hilft die gemeinsam.einrichten-Community?

Die gemeinsam.einrichten-Community richtet sich an alle, die ihr Zuhause gerne verändern möchten, aber in der Umsetzung unsicher sind. Sie hilft, Klarheit darüber zu bekommen, was man sich wünscht und wie man dies am besten für sich umsetzt. Durch den Austausch und das gemeinsame Ideensammeln – insbesondere in den Live-Runden – entstehen Ideen für jede Wohnherausforderung. Außerdem motivieren wir einander, an unseren Projekten dranzubleiben, können uns über Erfahrungen mit bestimmten Herstellern austauschen und unsere DIY-Projekte teilen.


Darüber hinaus gibt es ein monatlich wachsendes Videoarchiv mit sogenannten Einrichtungstalks, in denen ich zu einem bestimmten Einrichtungsthema Tipps gebe. Diese Themen werden von den Mitgliedern bestimmt und bieten so ein großes Wissensarchiv, auf das sie immer wieder zurückgreifen können. Es gibt u. a. schon etwas zu Beleuchtung, Pflanzen, Farbwirkung, eine Anleitung zur Raumgestaltung und vieles mehr.

Mehr Gemütlichkeit durch kleine Zonen: Allein das Neupositionieren von Möbelstücken kann den Raum verändern, wie diese Idee mit Sofa als Raumteiler beweist.

 

Marie Mandt ist eine selbstständige, staatlich geprüfte Gestalterin und Gründerin der Onlinecommunity „gemeinsam.einrichten“. Die 27-Jährige lebt in Hamburg und findet gemeinsam mit ihren Mitgliedern einfache Lösungen für diverse Einrichtungsbaustellen, die Umwelt und Haushaltsbudget schonen.


@gemeinsam.einrichten



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