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Chiemsee-Alpenland

  • Autorenbild: Michaela Hocek
    Michaela Hocek
  • 10. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Bild: Shutterstock, chiemsee-alpenland.de
Bild: Shutterstock, chiemsee-alpenland.de

Wasser und Berge nahe beieinanderliegend, sind eine hervorragende Urlaubspaarung. Der sanfte Tourismus in der bayerischen Region zwischen Alpen, See, Moor und lebendigem Brauchtum sowie abwechslungsreicher Kulinarik lockt das ganze Jahr über sportliche und Genussmenschen sowie Erholungssuchende an. Wander- und Ausflugsbusse machen es einfach, das Auto stehen zu lassen. Das Zertifikat „Reisen für alle“ wird mit Stolz geführt, da hier auch barrierefreier Urlaub möglich ist. Netzwerken wird großgeschrieben. So sind mehr als 250 Betriebe Partner von „Natürlich bewusst“. Ein Beweis, dass man hier schon immer auf Nachhaltigkeit eingestellt war, ist einerseits die Existenz vieler alteingesessener Familienbetriebe und andererseits ein Fakt rund um die Wendelsteinbahn: Schon 1910, zwei Jahre vor der Eröffnung der Bahn, wurde in Brannenburg ein eigenes Wasserkraftwerk errichtet, um den Betrieb der Zahnradbahn umweltfreundlich mit Strom zu versorgen. Diese vorausschauende Investition in erneuerbare Energie macht die Wendelsteinbahn zu einem echten Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit – lange bevor dieser Begriff populär wurde.


Bergsteigerdorf Sachrang


Was hat ein „Bergsteigerdorf“ mit Nachhaltigkeit zu tun? Sehr viel, sagen der Deutsche Alpenverein, der das gleichnamige Zertifikat vergibt, und die ausgewählten Dörfer.

Es gilt, Tradition und Kultur zu bewahren, die Orte lebenswert zu erhalten und gleichzeitig in eine gute Zukunft zu gehen. Das heißt: Die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe erhalten, die im Priental übrigens alle ökologisch wirtschaften, eine Nahversorgung mit regionalen Produkten gewährleisten, kleine touristische Betriebe stärken, auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr achten und vieles mehr.

Bergsteigerdorf zu sein, heißt auch: Es dürfen keine Technologien für das Freizeitangebot bestehen, die große Energie-Ressourcen verbrauchen und keine Motorsport-Ereignisse veranstaltet werden.

Der Genuss der schönen Natur- und Kulturlandschaft mit ihrer artenreichen Flora und Fauna schenkt Wandernden und Radfahrenden Erholung und Erlebnisse „direkt vor der Haustür“. Themenwege lenken den Blick auf verschiedene Inhalte: In Sachrang lernt man z. B. auf dem Weg „Wald-Apotheke“ Sträucher und Bäume sowie

Immer was los am Chiemsee: Neben den üblichen Wassersportvergnügungen können hier Libellenparadiese und Biber erkundet, erdgeschichtliche Zeitreisen mit Waschpfanne und Sieb sowie Vögel bei Tag und Fledermäuse mit Detektor in der Nacht beobachtet werden. Bild: dernaturaufderspur.de
Immer was los am Chiemsee: Neben den üblichen Wassersportvergnügungen können hier Libellenparadiese und Biber erkundet, erdgeschichtliche Zeitreisen mit Waschpfanne und Sieb sowie Vögel bei Tag und Fledermäuse mit Detektor in der Nacht beobachtet werden. Bild: dernaturaufderspur.de

deren Heilwirkung kennen. Oder man erwandert den „Grenzenlos-Weg“ bis Tirol und lässt sich auf dem „Sinn-Stifter-Weg“ inspirieren. Auch für Kunst und Kultur muss man nicht weit fahren: Das Musik-Forum Sachrang bietet Meisterkurse und Konzerte. Das Müllner-Peter-Museum führt in die Zeit um 1800 (heuer mit der Sonderausstellung „Spui ma zam“ = Spielen wir zusammen mit Spielzeugen und Musikanten-Treffen).


Erlebnis Zahnradbahn



Bild: Peter Hofmann
Bild: Peter Hofmann

Der Wendelstein, mit 1.838 Metern einer der markantesten Gipfel der Bayerischen Alpen, ist nicht nur eines der beliebtesten Ausflugsziele des Chiemgaus, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel für nachhaltige Mobilität mit Tradition. Bereits 1912 wurde hier ein technisches Meisterwerk vollendet: die Wendelstein-Zahnradbahn – Deutschlands älteste Hochgebirgsbahn. „Nachhaltigkeit ist für uns kein modernes Schlagwort, sondern gelebte Unternehmensgeschichte. Schon Erbauer Otto von Steinbeis hat auf erneuerbare Energie gesetzt – diese Haltung prägt unser Handeln bis heute“, erklärt Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelsteinbahn.

Auch heute bleibt die Wendelsteinbahn ihrem nachhaltigen Erbe treu. Das Wasserkraftwerk in Brannenburg ist weiterhin in Betrieb und deckt einen Großteil des Energiebedarfs der Bahn. Zudem entlastet der Einsatz der Zahnradbahn das sensible Hochgebirge vom Individualverkehr und sorgt für eine geordnete Besucherlenkung im Naturraum.


Von der Höhle bis zur Sternwarte


Rund um den Wendelsteingipfel gibt es eine Fülle an Natur- und Kulturerlebnissen: Vom Gipfel- und Panoramaweg, der unterwegs auf geologische Besonderheiten hinweist, über das schmucke Wendelsteinkircherl – die höchstgelegene Kirche Deutschlands – bis hin zur Sternwarte am Gipfel, von deren Spiegelteleskop Astronomen die Weiten des Weltalls erforschen. Auch das Innere des Wendelsteins können Besucher:innen bei einer Entdeckungsreise in Deutschlands höchstgelegene Schauhöhle erkunden. Wanderbegeisterte und Familien finden zahlreiche Wanderwege und alpine Routen, und auch Wendelsteinhaus und Mitteralm laden mit regionaler

Küche zur nachhaltigen Einkehr ein. Ein Besuch am Wendelstein ist nicht nur ein eindrucksvolles Naturerlebnis, sondern auch eine Reise zu einem der frühesten Beispiele gelebter Nachhaltigkeit im Alpenraum.

Mit Hofcafé, Restaurant und Hofladen hat Simon Fink einen besonderen Ort geschaffen, der für nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung, Direktvermarktung und Erlebnis steht. Die biologisch-zertifizierten Köstlichkeiten sollte man sich nicht entgehen lassen. Bild: finkennest-zillham.com
Mit Hofcafé, Restaurant und Hofladen hat Simon Fink einen besonderen Ort geschaffen, der für nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung, Direktvermarktung und Erlebnis steht. Die biologisch-zertifizierten Köstlichkeiten sollte man sich nicht entgehen lassen. Bild: finkennest-zillham.com

Feinstes Fischereihandwerk



Seit mehr als 400 Jahren ist die Familie Stephan mit der Chiemseefischerei eng verwoben. Seit 2019 führen Verena Stephan und ihr Mann Martin Schönleitner den Betrieb mit frischen und geräucherten Spezialitäten und dem renovierten Standort sowie neuem Bistro. See-Sushi, Fischpflanzerl, gegrillte Renke etc. stehen ebenso auf der Karte wie – immer freitags – der Backfisch mit Kartoffelsalat und Remoulade.

 
 
 

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