Zell am See-Kaprun: Nachhaltig reisen zwischen See und Gletscher
- Michaela Hocek

- vor 11 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Die bewusst nachhaltige Region ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Charmante Stadtzentren, Seen, Berge, der höchste Aussichtspunkt des SalzburgerLandes, der Nationalpark Hohe Tauern und regionale Betriebe mit köstlichen Spezialitäten treffen hier zusammen.

Ein autofreies Stadtzentrum, der Bahnhof mitten im Ort und die Lage direkt am Wasser machen in Zell am See das Ankommen einfach. Auch wenn sich hier viele Tourist:innen aus aller Herren Länder tummeln, sind die Authentizität und das Augenmerk auf hohe Qualität in der Hotellerie, in der Kulinarik, beim Shoppen und unzähligen Umweltmaßnahmen zu spüren. Alpine und regionale Küche wird in 90 Restaurants – darunter einige haubengekrönte – geboten. Und das ist gut so, wenn man hungrig von einem Gletscherausflug, von einer hochalpinen Wanderung oder der 600 Jahre alten Burg Kaprun zurückkehrt.
Täglich gelebte Nachhaltigkeit
Wer mit dem Auto angereist ist, kann es dank „Mobility Ticket“ gerne den gesamten Urlaub über in den Parkmodus versetzen. Es gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland Salzburg. Von Mitte Mai bis Ende Oktober können mit der „Sommerkarte“ viele Bergfahrten und Ausflugsziele kostenlos oder vergünstigt besucht werden. Der Verbund, einer der ökologischsten Stromerzeuger Europas, betreibt in Kaprun moderne Pumpspeicher- und Speicherkraftwerke, die jährlich eine halbe Million Tonnen CO₂ einsparen. Ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien werden die Bergbahnen der Schmittenhöhebahn AG und Gletscherbahnen Kaprun AG betrieben.

Nicht verpassen
Der Zeller See wird vom neuen Elektroschiff, das von der deutschen Lux-Werft in Kooperation mit dem Studio F. A. Porsche geplant und gebaut wurde, befahren. Es steht in der Tradition der Elektroschifffahrt, die hier bereits seit 1907 begann, als das akkubetriebene Verkehrsboot „Franz Ferdinand“ erstmals zwischen Zell am See und Thumersbach seine Runden drehte. Verständnis für nachhaltige Energiegewinnung wächst an den Hochgebirgsstauseen Kaprun. Ausgehend vom Kesselfall Alpenhaus geht es mit dem Bus zur „Erlebniswelt Strom“ und die Staumauer entlang. Die Kombination aus türkisblauen Seen und Alpenlandschaft bleibt garantiert in Erinnerung.
Kitzsteinhorn

Die „Gipfelwelt 3000“ empfängt auf 3.029 Metern – dem höchsten Punkt im SalzburgerLand. Der Ausflug in hochalpines Gelände eröffnet Blicke auf die höchsten Berge Österreichs. Tipp: Unbedingt eine kostenlose, geführte Tour mit einem Nationalpark-Ranger mitmachen und den Stollen der „Nationalpark Gallery“ besuchen. Es gibt viel über die hier anzutreffenden vier Klimazonen von 786 bis 3.029 Metern, die Tier- und Pflanzenwelt oder auch Snowfarming zu erfahren. kitzsteinhorn.at

Griass Enk
Eine Runde mit Melanie Pichler und Hühnern über den Hof zu drehen, im Stall bei den Schweinen und Kühen (die nur mit Heu gefüttert werden), nach dem Rechten zu sehen und im Hofladen Sirupe, Essige, Marmeladen (40 Sorten!), Brot, Fleisch, Wurst oder Köstliches wie Bockshornkleekäse in Augenschein zu nehmen, ist ein wenig wie wieder Kind werden. Die jüngste Generation des Hofes packt hier überall mit an und ist plauderfreudig. In Kooperation mit dem Tourismusverband gibt es hier Programm, um Kinder Landwirtschaft live erleben und verstehen zu lassen. Berühmtheit erlangte das Augut mit Honig – falls Sie vorbeischauen und sich über die vielen internationalen Geldscheine und Widmungen wundern sollten.

Hofladen Augut
Familie Pichler
Sonnbergweg 4 I 5700 Zell am See
T +43 664 93 700 79
Sonnkogel & Schmittenhöhe

Mit der Schmittenhöhebahn gelangt man bequem auf den Gipfel, wo man auf dem Panorama-Wanderweg „Höhenpromenade“ bis zum Sonnkogel viele schöne Ausblicke genießen kann. Wir hatten im Sonnkogel-Restaurant das Vergnügen den Umweltbeauftragten der Schmittenhöhebahn, Michael Brüggl, zu treffen und viel Wissenswertes rund um die Bewahrung der Artenvielfalt und umweltbewusste Pistenpflege zu erfahren. Unterschiedliche Mähungen pro Fläche und Saatgutgewinnung auf angelegten Pisten sind nur zwei Beispiele. Das Besondere im Restaurant: Kein Teller kommt hier ohne Kräuter aus der Küche. Unsere Limos waren blütenverziert. Kräuterexperte Alfred Bürki hat hier viel Know-how eingebracht. Und das mundet vorzüglich. schmitten.at

Fürthermoaralm
Dieser Familienbetrieb auf 1.803 Metern Seehöhe verwöhnt im Herzen der Dreitausender-Gipfel mit vielen Schmankerln aus der hofeigenen Bio-Landwirtschaft. Wir haben hier nach der Besichtigung der Hochgebirgsstauseen und dem Abstieg über den nahe gelegenen Kräuterlehrpfad vorbei an bunten Pflanzen wie schwarzen Kohlröschen Rast gemacht, bevor es klimafreundlich mit dem Bus wieder ganz nach unten gegangen ist. fuerthermoar-alm.at

Zeller See
Er ist Kraftquelle, Erholungsoase, Fotospot und Veranstaltungsort für Einheimische und Gäste. Ab diesem Jahr wird ganz im Sinne der nachhaltigen Tourismusentwicklung der Region ein emissionsfreies und nahezu geräuschloses Elektroschiff Panorama-Rundfahrten sowie Charter- und Eventfahrten übernehmen.

Sigmund Thun Klamm
Das Naturspektakel, das über Holzwege und Brücken in weniger als einer Stunde begehbar ist, führt am Ende zum ruhigen Klammsee, wo Holzliegen, Kneippanlage und Spielplatz zum längeren Verweilen einladen. Im Sommer empfiehlt sich von hier aus noch ein Abstecher zu Nowi, einem Genussbetrieb in der Augasse 4 in Kaprun mit köstlichem Bio-Eis.

Down Town Hotel - Neue Post: Sympathischer Lifestyle-Hub

Eine Hotelgeschichte, die bis ins Jahr 1862 zurückreicht. Traditionelle Elemente, die mit neuen Konzepten verschmelzen, bis der Gipfel der alpin-urbanen Jetztzeit erreicht ist. So haben wir das Vier-Sterne-Haus in Zell am See erlebt.
Im Jahr 2024 wurde hier ein Jahr lang fleißig umgebaut und seither hat sich auch schon wieder viel getan. Denn Nadia Bruckner und Darijo Vujicic, die Gastgeber im „Upside Down Town Hotel – Neue Post“, stellen Dinge gerne auf den Kopf. So hat sich das Haus, das früher ein Timesharer-Hotel war und von Nadias Eltern 1997 aus einer Konkursmasse gekauft wurde, gewaltig zum Vorteil verändert. Was beiden von Anfang an wichtig war: Ein offenes Haus zu sein – für Gäste, Locals und kreative Köpfe. Die Markenentwicklung und innenarchitektonische Details nahm Quereinsteigerin Nadia, aus dem internationalen Marketing kommend, gemeinsam mit dem Designstudio Petrichor in Angriff. Ihr Mann Darijo ist als Tourismus- und Hotellerie-Spezialist u. a. für die kulinarischen Genüsse und Barkreationen zuständig. Tatsächlich ist die Küche ein Gourmet-Erlebnis, wo bereits das Lesen der Speisekarte den Speichelfluss anregt. Obwohl 100 Restaurantplätze zur Verfügung stehen, ist die Atmosphäre im Zirbenkabinett, der Izakaya-Stube, dem Post Séparée, dem Secret Garden oder dem Alpen Orient intim und die Speisen werden zelebriert. Die Persönlichkeiten des Teams, hier vorzugsweise ‚die Gang‘ genannt, sind das i-Tüpfelchen.

Alles außer langweilig
Wichtige Ader der Lebendigkeit im Haus ist, dass regelmäßig Events stattfinden. Sie gießen das urban-alpine Lebensgefühl im Restaurant und an der Bar in zeitgemäße Formate: DJs wie z. B. die Berliner Elektronikgröße Anja Schneider werden eingeladen, FergNSon aus Südafrika musiziert und es wird zum Social Dining geladen. „Romantic Packages“ und „Golf Specials“ werden geschnürt. Neuerdings stehen auch Yoga-Wochenenden mit „Inside Flow Sessions“ (für Nicht-Yogis: dynamische Einheiten aus fließenden Bewegungen mit Musik und Emotion) auf dem Programm. Angesprochen auf die Nachhaltigkeit antwortet Nadia spontan und ehrlich: „Wir setzen sie da um, wo wir können, z. B. beim regionalen Einkauf. Unser Fleisch kommt aus einer Metzgerei in Schüttdorf, nur rund drei Kilometer von hier. Wir haben Wärmepumpen im Haus. Photovoltaik ist in Planung. Bei der Renovierung setzen wir auf regionale Handwerker:innen und die Holzdecken und -schnitzereien haben wir soweit wie möglich erhalten. Die Balkone wurden für ein helleres Erscheinungsbild sandgestrahlt.“

Upside Down Town Hotel – Neue Post
Schlossplatz 2 5700 Zell am See



Kommentare