Reden wir übers Trinken
- Michaela Hocek

- 7. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Viele Menschen kämpfen damit, ausreichend zu trinken. Es lohnt sich, automatische Handgriffe zum Wasserglas oder Tassen und Flaschen inklusive Geschmacksaromen in den Alltag zu integrieren.

Unser Körper verliert ständig Flüssigkeit, auch wenn wir es nicht immer unmittelbar bemerken. Wussten Sie, dass ein Flüssigkeitsdefizit von mehr als 15 Prozent des Körpergewichts schon lebensbedrohlich sein kann und der Durstmechanismus vom Hypothalamus im Gehirn gesteuert wird? Er ist es, der unsere Körpertemperatur regelt und den Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck kontrolliert. Im Sommer ist der Hypothalamus oft mehr gefordert als das restliche Jahr, da der Flüssigkeitsverlust durch die Hitze mit vermehrtem Schwitzen, mehr Verdunstung auf der gesamten Hautoberfläche und schwererer Atmung höher ist. Doch bevor es zu technisch wird, sehen wir uns an, wie wir auf natürliche und köstliche Weise gegensteuern können.
It’s teatime

Heiß, lauwarm oder kalt: Als Abwechslung zu Wasser oder gesunde Alternative zu Softdrinks ist Tee der perfekte Durstlöscher. Nicht von ungefähr sind Teezeremonien in vielen Ländern - allen voran England, Japan und China -traditionell fest verankert. Der Ablauf nach bestimmten Regeln bringt zur Ruhe, ist eine gesten- und genussreiche Wertschätzung Gästen gegenüber und bietet Zeit für die innere Einkehr – allein oder in der Gruppe. Auch als Wachmacher leistet Tee gute Dienste: Es gibt Teesorten, die mehr Koffein enthalten als Kaffee und für ihre langsam-langanhaltende Wirkung geschätzt werden. Zudem gibt es Tees, die für die Verdauung förderlich sind, wie Fenchel, Anis

und Kümmel, Stress lindern wie Baldrian, Melisse und Lavendel oder das Schwitzen eindämmen wie Salbei. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich auch die Teebegleitung zu mehrgängigen Menüs, wenn auf Wein verzichtet werden möchte – was in der Hitze des Sommers durchaus ratsam ist. Teesommeliers stimmen hier Sorten und Geschmacksrichtungen zu den Speisen ab und bereiten sie fachgerecht zu. Spannende Aromen liefern hier auch fermentierte Spezialitäten.
Apropos Fermentation
Die gesundheitlichen Vorteile vergorener Getränke sind schon lange bekannt. Kombucha und Kefir sind seit kurzem aber wieder vermehrt in aller Munde, weil sie eine gesunde Alternative zu gezuckerten

Limonaden sind, säuerliche Aromen und einen sprudeln en Geschmack ihr eigen nennen und durch die enthaltenen Probiotika positiv auf die Darmflora wirken. Die Basis bei Kombucha bildet Tee, bei Kefir Milch oder Pflanzenmilch, bei Kwas Roggenbrot und bei Wasserkefir sind es Wasser und Trockenfrüchte, die miteinander reagieren. Wer Verpackung sparen möchte, kann diesen zuhause selbst herstellen. Firmen wie z. B. Fairment bieten dafür Bio-Wasserkefirkristalle zum Ansetzen mit Wasser, Zucker, Trockenfrüchten wie Feigen, Datteln, Rosinen, Aprikosen und Zitronenscheiben. Mit einem Gärgefäß aus Glas, Sieb und Trichter kann es dann auch schon losgehen.
Nichtalkoholische Cocktails
Die sogenannten Mocktails oder Zero-Spirit-Drinks schaffen es immer mehr ins Rampenlicht, wie man auf Speisekarten vieler Restaurants unschwer erkennen kann. Waren es früher einige picksüße Säfte, die zusammengemischt und mit Schirmchen versehen wurden, sind es heute ausgeklügelte Rezepte, die geschmacklich an Gin Tonic, Aperol Spritz, Mojito und Martini herankommen, nur ohne unangenehme Promille-Nebenerscheinungen. Und auch Wein und Prosecco werden immer öfter gerne alkoholfrei genossen. Eine Manufaktur, die das schon früh erkannt hat, ist beispielsweise Jörg Geiger aus dem baden-württembergischen Schlat. Seit 2003 werden aus alten Obstsorten und mit über 200 Gewürzen, 70 Kräutern und 20 Blüten komplexe Getränke kreiert. Virgin Longdrinks, Visecco, Cider oder die Albkräuter-Linie sind Teile des stetig gewachsenen Sortiments.
Tägliches Pensum spielend leicht erreichen

Trinkrituale helfen, es auf die empfohlene Menge von zwei bis drei Litern pro Tag zu schaffen. Der Tee und Kaffee am Morgen oder hausgemachter Eistee und Affogato – ein italienischer Klassiker bestehend aus Espresso und einem Kügelchen Vanilleeis – am Nachmittag sind im Sommer gute Kumpanen, um wach zu bleiben. Von Vorteil ist es auch, sich eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit ein Getränk anzugewöhnen. Für den Verdauungsapparat bekömmlich ist es auch, nicht allzu kalt und in kleinen Schlucken zu trinken. Um die Kalorienzufuhr nicht zu hoch zu fahren, sind ungesüßte Tees und Wasserzusätze wie frische Melisse, Gurkenschalen, Orangen- und Zitronenscheiben, Melonenstücke, Beeren oder Minze empfehlenswert. Für die Ästhetik können Beeren oder essbare Blüten auch in Eiswürfel eingefroren werden.
Wenn das Schwitzen an besonders heißen Tagen oder Sommersport schlapp machen, kann ruhig noch mehr getrunken werden. Verdünnte Obstsäfte, eine Prise Kochsalz, Elektrolytgetränke oder Protein-Shakes werden nach erhöhter Aktivität bei Hitze gerne getrunken. Und das ist gut so. Denn gerät der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht, können Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder sogar Erbrechen auftreten. Und wer will das schon? Also nichts wie ran an die köstlichen Durstlöscher der Saison!



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