• Harald Gutzelnig

NACHHALTIGE MODELABELS - SO GEHT KLIMANEUTRALE MODE!


Hauptsache schnell und billig, das ist das Motto der Fast-Fashion-Industrie. Doch damit einher geht der Einsatz von Gentechnik, Pestiziden und verschmutzem Wasser. In Summe verursacht die Textilindustrie jährlich mit 1,2 Billionen Tonnen mehr CO2 als alle Flüge und Kreuzfahrten zusammen. Rund 20 Kilogramm Kleidung kaufen wir pro Jahr und jedes fünfte Kleidungsstück bleibt sogar im Schrank hängen, ohne jemals getragen worden zu sein. Das kann nicht so weitergehen! Nicht wenige Modelabels setzen daher bereits auf Nachhaltigkeit.


Nachhaltige Mode wird nicht nur aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt, es werden bei der Herstellung auch soziale Aspekte berücksichtigt. Stellvertretend für die vielen Marken wie Reformation, Bodyguard, Greenality, Hess Natur etc. zeigen wir anhand der deutschen Modemarke Armedangels, worauf bei der Produktion Wert gelegt wird.


Gegründet im Jahr 2007 von zwei Kölner Studenten gehört Armedangels mittlerweile zu den größten Fair-Fashion Labels in Deutschland. Weil die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt keine Option, sondern ein Muss ist, setzt das 50-köpfige Team auf umweltfreundliche Materialien, also zum Beispiel auf Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, aus Schurwolle aus biologischer Tierhaltung, auf naturbelassene Alpakawolle sowie auf recycelte Synthetikfasern.

Wichtig ist zudem, dass in allen Herstellungsphasen die Stoffe frei von schädlichen Chemikalien sind, und dass die Lieferkette zu 100 Prozent nachverfolgbar ist, vom Rohstoff bis zum fertigen Textilprodukt. Dabei ist alles vollkommen transparent. Produziert wird jedoch nicht in Deutschland, sondern in Portugal, der Türkei und Tunesien. Alle Partner werden aber regelmäßig besucht, kontrolliert und sind zertifiziert.


Zu 100 Prozent vegan ist Armedangels übrigens (noch) nicht, es gibt rund 10 Prozent Artikel mit Bio-Schurwolle und ein paar wenige Shirts mit Horn- und Perlmuttknöpfen. Hier arbeitet man aber bereits daran, diese durch den Einsatz von Holz- und Steinnussknöpfen zu ersetzen.

Auch CO2-frei produziert Armedangels nicht. Dies ist ohnehin nicht möglich. Aber die Emissionen liegen bei nur rund 260 Tonnen pro Jahr und das ist rund zwei Drittel weniger als klassische Modefirmen ausstoßen. Und eines gilt es noch festzuhalten: Aufgrund der Zusammenarbeit mit einem Biomasse-Projekt in Indien hat das deutsche Modelabel bereits die Klimaneutralität geschafft.


Modelust über eine Saison hinaus

Auf den folgenden Seiten finden sich aktuelle Modeklassiker und Must-haves, die punkto Design und Qualität das Zeug haben, lange ein Lächeln beim Öffnen des Kleiderschranks ins Gesicht zu zaubern und erst in ferner Zukunft bei der Kleidertauschparty zu Objekten der Begierde werden.


GOTS-Siegel: Global Organic Textile Standard, schreibt mindestens 70 Prozent Bio-Naturfasern vor, ist aber weder biologisch abbaubar noch wirklich recyclingfähig.


Made in Green Siegel: Zählt zu den strengsten Siegeln am Markt. Die Endprodukte sind schadstoffgeprüft nach dem weit verbreiteten Oeko-Tex Standard 100. Das Siegel setzt auf geschlossene Produktionskreisläufe.

Fairtrade Certified Cotton: Soll Baumwollproduzenten in Entwicklungsländern eine faire Bezahlung ermöglichen und durch nachhaltiges Wirtschaften Armut und Abhängigkeiten bekämpfen.


Fair Wear Foundation (FWF) verpflichten sich, die Arbeitsbedingungen in den Betrieben zu verbessern. Dazu gehören das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Einhaltung der Koalitionsfreiheit und Regelungen gegen Diskriminierung.