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  • AutorenbildMichaela Hocek

"Lebensmittel neu entdecken - ganz ohne Zwang" - Interview mit Shabnam Rebo

In drei Sätzen


„Healing Kitchen – Quick & Easy“ heißt das neueste Kochbuch von Shabnam Rebo. Sie spricht als @thehungrywarrior mehr als 162.000 Follower mit anti-entzündlichen Rezepten für jeden Tag an. Ihre Tipps für den Vorratsschrank, Meal-Prep und Essen am Arbeitsplatz sind einfach und ansprechend.



Was zeichnet rein pflanzliche und antientzündliche Ernährung – auch für gesunde Menschen – aus?

Von einer pflanzlichen und anti-entzündlichen Ernährung kann jeder Mensch profitieren, egal ob mit oder ohne Vorerkrankungen, da sie sich besonders durch frische, unverarbeitete, zuckerarme, ballast- und nährstoffreiche Lebensmittel auszeichnet. Tierische Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte sowie raffinierter Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte können (unsichtbare) Entzündungen im Körper befeuern und über längere Zeit auch Symptome von Entzündungskrankheiten wie entzündliche Erkrankungen des Verdauungssystems oder Rheuma verstärken.


Was sollte immer im Vorratsschrank zu finden sein, um Convenience Food zu entgehen?

Möglichst unverarbeitete Lebensmittel, die lange haltbar sind wie ballaststoffreiche Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen (trocken oder vorgekocht in Glas oder Dosen). Vollkorngetreide und Pseudogetreideprodukte, z. B. Vollkornreis, Quinoa, Buchweizen und Hirse im Ganzen, aber auch als Mehle. Ein Sortiment von Gewürzen und Gewürzmischungen hilft, Gerichte schmackhaft zu machen, aber auch mit anti-entzündlichen Eigenschaften zu befüllen.


Was sind Ihre Tipps für vollwertiges Meal-Prep?

Am besten nimmt man sich eine Stunde an einem Tag, z.B. Sonntag, Zeit und bereitet sich Essen für die Woche vor. Es hilft dabei sehr, den Vorratsschrank und das Gefrierfach regelmäßig mit vollwertigen Lebensmitteln, die lange haltbar sind, zu befüllen. Gerichte wie Currys, Pastasoßen oder Suppen lassen sich super in mehrfacher Menge zubereiten und einfrieren oder auf Vorratsbehälter aufteilen und so mehrere Tage lang genießen. Frühstück wie Porridge, Overnight Oats oder Chia-Pudding lässt sich für mehrere Tage in Einmachgläser vorbereiten und mit Nussmus und frischen Früchten Toppings zubereiten. Auch möglich: Vollwertige Waffeln oder Pancakes vorbacken und einfrieren, dann kann man sie schnell im Airfryer oder im Toaster aufwärmen und mit Beeren und Nussmus genießen. Gemüse mit Kichererbsen im Ofen rösten und an mehreren Tagen mit Quinoa als Beilage, als Füllung für Wraps oder mit Kokosmilch und Gemüsebrühe püriert als Suppe genießen. Auch Snacks wie gefüllte Datteln, Riegel etc. lassen sich schnell zubereiten und im Gefrierfach sind sie lange haltbar und jederzeit griffbereit.


Wie lässt sich „Healing Kitchen“ auch am Arbeitsplatz zwischen Bildschirm und Meetings realisieren?

Es benötigt nur etwas Vorbereitung und Übung, dann ist es absolut machbar und man kann es langfristig umsetzen: Meal-Prep und Gerichte vorbereiten und mit zur Arbeit nehmen. Vollwertige Snacks wie Nüsse, eigene Nussmischungen, Datteln, frisches Obst, Gemüsesticks mit Hummus aufbewahren. In der Kantine oder im Restaurant auch mal fragen, ob man Gemüse nur gedämpft oder gedünstet haben kann, dazu noch eine Beilage wie Reis und einen Salat mit Olivenöl und Zitronensaft gewürzt: So kann man auch an Tagen gut durchkommen, an denen man nichts mitbringen konnte.


Wie sind Kinder für gesunde Rezepte zu begeistern? Wie könnte man Kindergarten-/Schulküchen positiv verändern?

Gemeinsam einkaufen gehen, Lebensmittel neu entdecken, daran riechen, sie probieren, zusammen kochen und dabei spielerisch und ohne Zwang sein. Man könnte einen Thementag einführen, an dem man gemeinsam auf den Markt geht und dort den Kindern Obst und Gemüse nahebringen. Man kann dann jedes Mal eine andere Gemüsesorte auswählen und diese dann mit den Kids zubereiten, zusammen den Tisch decken und essen.


Im Sinne der Nachhaltigkeit: Was sind Ihre liebsten Resteverwertungstricks?

Beilagen wie Quinoa oder Reis können super zu Patties oder Bällchen für Burger, Bowls oder Pasta verarbeitet werden. Übriggebliebenes Ofengemüse kann mit Gemüsebrühe und Kokosmilch zu einer Suppe püriert werden, Salzkartoffeln kann man super mit etwas Kichererbsenmehl zur Bindung zu vollwertigem Kartoffelpizzateig verarbeiten. Ist noch Hummus übrig, mit etwas Nudelwasser mischen und mit Ofengemüse in ein schnelles Pastagericht verwandeln.

 

Rein pflanzliche Rezepte, die Körper und Seele guttun, sind Shabnam Rebos Passion. Ihre Spezialisierung auf anti-entzündliche Ernährung ist in ihrer chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa begründet, hat jedoch zu neuer Lebensfreude durch die kreative Auseinandersetzung mit Geschmäckern, Texturen und Farben geführt, die in köstlichen Rezepten für jeden Menschen gipfelt.

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