• Christine Schober

Das Naturhotel Chesa Valisa

»Nachhaltig ist für mich, ein Haus in der 14. Generation zu führen«


Kraftvoll steht es da auf seinem großzügigen, unverbauten Grund in 1.200 Metern Höhe mit Blick auf die umliegenden Zweitausender im Kleinwalsertal: Das Naturhotel Chesa Valisa. Die Worte mit ihrem rätoromanischen Ursprung bedeuten „Walserhaus“. Tradition und Moderne verbinden sich in diesem klimaneutralen Hotel auf einzigartige Weise. Das 500 Jahre alte Stammhaus wurde zu einer Zeit gebaut, in denen es ausschließlich die Rohstoffe der Natur gab – vor allem Holz und Stein. Der sich harmonisch an Stammhaus und Natur anschmiegende Neubau ist in der Tradition der Vorarlberger Holzbauweise entstanden.



Diese zeichnet sich durch ihren schlichten und auf das Wesentliche reduzierten Stil aus, der an alte Traditionen anknüpft. „Dabei geht es nicht darum, den Anschein zu erwecken als ob - so wie der derzeitige „Altholztrend“. Sondern um das, was ist“, erklärt Seniorchef und Patron des Hauses Klaus Kessler. So bestechen die Neubauten des Naturhotels, die viel Licht und Sicht in das Hotel bringen, durch naturbelassenes Holz, natürliche Materialien sowie klare Formen und Linien. „Denn wo ist die Nachhaltigkeit, wenn die Innenarchitektur nach dem derzeitigen Trend ausgerichtet wird und in 10 Jahren wieder alles herausgerissen und renoviert werden muss, da mein Hotel nicht mehr als zeitgemäß gilt? Bauen ohne Jahreszahlen, das ist es, was ein Hotel nachhaltig wirtschaften lässt.“ so Hotelchefin Magdalena Kessler (26). Zusammen mit Ihrem Bruder David Kessler (31) übernahmen sie das Haus nun in der 14. Generation und führen es mit viel Leidenschaft und innovativen Ideen weiter.


Mit Sicherheit genießen


Für Familie Kessler war es ein konsequenter und logischer Schritt, die Küche ihres Hotels 2007 auf 100 Prozent Bio umzustellen. Von Anfang an gehört eine bewusste Ernährung zu den Grundpfeilern ihrer Philosophie. Schon vor der Bio-Umstellung wurde im Naturhotel nach der „Grünen Haubenküche“ gekocht, die auf naturbelassene, regionale und bevorzugt biologische Lebensmittel setzt. In der Küche wird alles frisch zubereitet; sogar das Mehl mahlen sie selbst, um damit fast täglich frisches Brot zu backen. Convenience-Produkte und Mikrowelle kommen nicht zum Einsatz. Und wer Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, stößt im Naturhotel nicht auf verständnislose Blicke.



Küchenchef Bernhard Schneider kümmert sich bei speziellen Wünschen persönlich um die Zusammenstellung eines entsprechenden Speiseplans. Wenn morgens der Kaffeeduft von fair gehandeltem Bio-Kaffee im Speiseraum liegt, erwartet die Gäste ein großes Frühstücksbuffet nach guter österreichischer Gastgebertradition – vom Frischkornbrei bis zur Gemüse & Obststation über eine eigene Ayurveda Ecke mit warmen Kompotts und großer veganer Auswahl ist dort alles zu finden. Mittags gibt es eine leichte Jause mit Salat- und Rohkostbuffet, Suppen und kleinen warmen Gerichten sowie Strudel und Kuchen von der hauseigenen Patissière. Abends wird mit einem 5-Gänge Genussmenü verwöhnt; nicht zu vergessen die ayurvedischen Gerichte, die neben den vegetarischen und veganen Speisen fester Bestandteil der Menüauswahl sind. Den ganzen Tag können sich die Gäste an der Bio-Teebar und am Obstkorb bedienen und so viel frisches Quellwassertrinken wie sie möchten. „Alle gesunden Sachen sind bei uns selbstverständlich in der Vitalpension enthalten“, so Sieglinde Kessler. Wenn die Seniorchefin nicht gerade in ihrem Büro arbeitet, kümmert sie sich persönlich um den hoteleigenen Garten. Angebaut wird hier natürlich im Biodynamischen Stil mit eigenem Dünger und Wiederverwertung der Reste nach der Lehre der Permakultur.


Im Interview: Magdalena Kessler


Magdalena Kessler (links im Bild)

Wie wird Nachhaltigkeit im Hotelalltag des Chesa Valisa gelebt?


Auch im Hotelalltag wird bei uns Nachhaltigkeit gelebt. So basieren zum Beispiel unsere Putzmittel auf Basis von reinigungs-effektiven Mikroorganismen. Auch in unserer Wäscherei kommen nur ökologischen Waschmittel zum Einsatz. Heizung und Warmwasseraufbereitung funktionieren ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energiequellen und Wärmerückgewinnung. In den Zimmern sorgen Vollholzmöbel, geölte Böden und eine Netzfreischaltung für ein erholsames und gesundes Raumklima. Zudem benötigen die Zimmer auch an heißen Sommertagen keine Klimaanlage, denn die Lehmwände dienen als perfekte Temperaturregulierer. Der Pool, gefüllt mit eigenem Quellwasser, wird nicht wie herkömmlich mit Chlor, sondern alternativ mit ionisiertem Salz gereinigt.



Was bietet das Hotel abseits von Zimmern und Kulinarik noch an?


Gerade in der Coronazeit wollen wir „Raum“ haben, daher können unsere Gäste sich auf 20.000 m² freiem Umland entfalten. Auch für die körperliche und geistige Fitness bieten wir ein großes Angebot. Starten Sie doch um 07:00 Uhr morgens mit dem aktiven Erwachen in den Tag, lassen Sie sich die Kleinwalsertaler Berge erklären, Kräuterwanderungen und Permakulturworkshops, entdecken Sie die Welt der Bienen – denn das Naturhotel hat 20 eigene Bienenvölker, oder verbinden Sie Körper und Geist beim zwei Mal täglichen Yoga und Qi-Gong.



Wo und wie setzen Sie im Wellnessbereich auf Nachhaltigkeit?


Auch im Wellnessbereich setzt das Naturhotel Chesa Valisa auf 100% Bio. So verwenden wir zwei zertifiziert biologische und vegane Kosmetikmarken natürlich aus der Region: „Pharmos Natur“ aus Bayern und „MARÌAS“ aus Salzburg. Keine Behandlung gleicht der anderen. Denn bei uns geht es darum, jeden einzelnen Gast mit seinen individuellen Bedürfnissen zu erkennen und zu verwöhnen.


Bildquelle: Chesa Valisa